Napoleonmuseum Thurgau, Pressemitteilung
18.05.2017, 7.322 Zeichen, 20 Bilder, Langfassung

Ausstellung im Napoleonschloss am Schweizer Bodensee vom 23.5. bis zum 22.10.17

Eine Königin macht Dampf!

200 Jahre Bonapartes am Bodensee – dieses Jubiläum ist Anlass für die neue Sonderausstellung im Napoleonschloss auf dem Arenenberg. Hortense de Beauharnais, die Mutter des letzten Kaisers der Franzosen, steht dabei im Zentrum. Das Napoleonmuseum Thurgau macht sichtbar, wie die First Lady des französischen Kaiserreichs durch ihr Wirken die Region Konstanz / Thurgau vom Mittelalter in die Gegenwart katapultiert hat. Unter anderem finanzierte sie den Beginn der Dampfschifffahrt am Bodensee mit. Die Ausstellung «Eine Königin macht Dampf – Zeitenwende am Bodensee 1817-1837» wird vom 23. Mai bis zum 22. Oktober 2017 im Napoleonmuseum Thurgau gezeigt. Die Ausstellungsräume liegen in Hortenses ehemaligem Domizil unweit von Konstanz, das heute als schönstes Schloss am Bodensee bekannt ist. Informationen unter: www.napoleonmuseum.ch

Im Schloss tauchen die Besucher ein in die Lebenswelt der Königin und ihrer Familie. Hortense empfing in ihren prachtvollen Salons Gäste wie Franz Liszt, François-René de Chateaubriand oder Juliette Récamier. Für Alexandre Dumas sang Hortense selbst komponierte Romanzen am Tafelklavier im Teesalon. Die Repliken von zwei Tageskleidern der Königin sowie ein originales Nachthemd zeigen ihren modischen Einfluss. Ausgesuchte Alltagsgegenstände wie Bilder, Briefe und Schmuck geben Einblicke in ihre Gedanken und zeigen ihren Geschmack. Das Dachgeschoss des Schlosses präsentiert als Schatzkästchen viele Exponate, die sonst nicht zu sehen sind. So zum Beispiel eine blaue Opalglas-Tasse, aus der Hortense ihren letzten Schluck Tee trank. Hortenses qualvollen Krebstod deutet die Ausstellung in ihrem Sterbezimmer an. Hier ist die «Betende Jungfrau» zu sehen, ein Gemälde der Konstanzer Malerin Maria Ellenrieder. Sie gehörte zum engsten Umfeld des Arenenbergs und steht für dessen künstlerischen Einfluss.

Forschungsergebnisse zeigen die Königin in neuem Licht
Hortense inszenierte sich selbst als «Femme Artiste», als Dienerin der schönen Künste und gab sich ansonsten harmlos. Lange ist die Forschung ihrer Selbstdarstellung gefolgt. Doch wer sich ihre Finanzen, ihre Beziehungen und ihre geschäftstüchtigen Investitionen anschaut, sieht hinter der Kulisse eine andere Frau. Hortense war eine Macherin, die vom Arenenberg aus nachhaltige Impulse gab für Industrie, Politik, Kultur, Landwirtschaft und natürlich den Gartenbau. 50 Personen beschäftigte sie auf ihrem Schloss, liess unter ihrem Namen feinste Tuche produzieren, die sich schwunghaft verkauften. Sie regte den Tourismus an, beteiligte sich mit ihrem Kapital an Unternehmen und kaufte heruntergekommene Liegenschaften, die aufwendig saniert wurden. Hortense setzte ihr Geld aber auch gezielt für soziale Projekte ein und unterstützte Bedürftige. Schnell fand sie Nachahmer; ihr Vorbild zog Freunde und Investoren aus aller Herren Länder an. Mit all ihren Investitionen brachte Hortense den Fortschritt an den Bodensee und legte so den Grundstein für den Wohlstand in der Region. Das von ihrem Sohn Louis Napoléon und von ihr selbst vertretene liberal-republikanische Gedankengut beeinflusste die Politiker rund um den Arenenberg. Auf allen gesellschaftlichen Ebenen fand ein Wissenstransfer statt.

Auf grosser Runde durch die Sonderausstellung
Die Ausstellung gliedert sich in mehrere Bereiche. Es ist die grösste, die je auf dem Arenenberg zu sehen war. Im Cinéma des Schlosses gibt die Königin den Ausstellungsbesuchern zur Begrüssung ein filmisches Interview. Wie Hortense aus Paris ins Exil auf den Arenenberg kam, erfahren die Besucher im Historischen Weinkeller des Schlosses. Von hier aus führt ein Rundweg über das Schloss in die Kapelle. Hier steht der Einfluss des Arenenbergs auf die Architektur der Region im Mittelpunkt. Im Prinzenflügel des Schlosses, vor dem Bistro Louis Napoléon und in der Arenenberger Gartenwelt offenbaren sich den Flanierenden anhand von Themeninseln häppchenweise vertiefende Hintergrundinformationen. Ganz im Sinne der Verbindung Thurgau-Konstanz stehen die begleitenden Texte von Friedrich Pecht. Der Sohn einer Thurgauerin und eines Konstanzer Unternehmers kommentierte in seinen Lebenserinnerungen durchaus kritisch die «Zeitenwende» und deren Repräsentanten. So steuert er einen zusätzlichen Blickwinkel bei. Ausserdem wurde zu Ehren der Königin im Schlosspark ein neuer Hortensienweg angelegt, der in den Rundgang integriert ist.

Mit der Königin auf du und du
Die Ausstellung «Eine Königin macht Dampf – Zeitenwende am Bodensee 1817-1837» wird vom 23. Mai bis zum 22. Oktober 2017 im Napoleonmuseum Thurgau gezeigt. Der Eintritt in die Ausstellung kostet CHF 12, ein Begleitbooklet wird für CHF 5 angeboten. Sonntags um 14 Uhr finden Sonderführungen durch die Ausstellung statt. Öffnungszeiten und weitere Informationen unter www.napoleonmuseum.ch.

 

Kontakt:
Napoleonmuseum Thurgau
Schloss und Park Arenenberg
CH-8268 Salenstein

Telefon: + 41 (0)58 345 74 10
Fax: + 41 (0)58 345 74 11

www.napoleonmuseum.ch
www.arenenberg.ch
(Gastro)
napoleonmuseum@tg.ch


Hintergrundinformationen:

Napoleonmuseum Thurgau – Schloss & Park Arenenberg
Schloss und Park Arenenberg mit dem 1906 gegründeten Napoleonmuseum ist das einzige deutschsprachige Museum zur napoleonischen Geschichte. Es beschäftigt sich mit dem Zeitraum von der französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg. Zu diesem Zweck unterhält das Haus wertvolle Sammlungen verschiedener Genres sowie ein umfangreiches Archiv. Seine ca. 25'000 Bände umfassende Forschungsbibliothek beinhaltet seltene Bücher und wird laufend vergrössert. Seit einigen Jahren unterzieht sich das Napoleonmuseum Thurgau einem Wandel. Zusätzliche Räume des ehemaligen Schlossgutes Arenenberg erlauben es, aus dem bestehenden Haus ein modernes Institut zur Erforschung, Bewahrung und Präsentation der napoleonischen Geschichte zu entwickeln. Nicht umsonst zählen seine Sammlungen zu den weltweit begehrten Ausstellungsstücken, wie die grosse Napoleonschau in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland gezeigt hat.

Mit jährlich rund 30'000 Besuchern zählt das Museum darüber hinaus zu den Anziehungspunkten des Bodenseegebietes. Es unterhält einen grossen Informationspunkt, an dem sich vieles Wissenswerte über die Bodenseeregion erfahren lässt. Im Museumsshop gibt es neben Napoleonika auch regional- und landestypische Produkte zu kaufen. Ein weiterer Besuchermagnet sind die betreuten Kinderprogramme und die Schloss- bzw. Parkführungen.

Aufgrund seiner Lage am internationalen Bodensee und seiner Geschichte versteht sich das Napoleonmuseum Thurgau als Mittler zwischen den Staaten. Frankreich, die Schweiz, Deutschland, Italien, England, Polen, die USA: Es gibt praktisch kein Land zu dem die Familie Bonaparte von Schloss Arenenberg aus nicht in Verbindung stand. Dieser Tradition folgend, unterhält das Napoleonmuseum umfangreiche internationale Kontakte.


Nutzungsbedingungen

Hortense de Beauharnais in rotem Kleid

Bildnachweis: François Baron Gérard, Napoleonmuseum Thurgau
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Hortenses Sterbebett mit Infos auf der Bettdecke

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Sterbebett von Hortense mit einem Brief an Amalie Zephyrine

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Die blaue Opalglastasse, aus der Hortense ihren letzten Schluck Tee trank

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Hier beginnt der Ausstellungsbesucher seine Erkundungstour auf Hortenses Spuren.

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Einer der schönsten Orte am Bodensee ist die Aussichtsterrasse vor dem Napoleonschloss

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Botschaften aus Hortenses Feder

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Blick neben der Schlosskapelle auf die Insel Reichenau

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Malutensilien, drapiert um eine von Hortense angefertigte Darstellung des Untersees

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Aussenaufnahme mit Zitronenbäumchen

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Nachtblaues Kleid, gefertigt nach einem Aquarell, das Hortense im Billardzimmer zeigt.

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Vollständig erhaltenes Bijouterie-Ensemble

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Eine so genannte Klecksographie, die Friedrich den Großen und seinen Stab zeigt

Bildnachweis: Helmuth Scham
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Besucherin in der Ausstellung II

Bildnachweis: Katja Angermaier
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Besucherin in der Ausstellung I

Bildnachweis: Katja Angermaier
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Selbstportrait Hortense im nachtblauen Kleid

Bildnachweis: Napoleonmuseum Thurgau
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Schloss Arenenberg

Hortense erwirbt es am 10. Februar 1817 und findet hier eine Bleibe auf Dauer.
Bildnachweis: Helmuth Scham
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Esszimmer auf Schloss Arenenberg

An den Wänden des Esszimmers befinden sich Stiche nach Gemälden von Jacques-Louis David: «Die Kaiserkrönung» und «Der Ballhausschwur».
Bildnachweis: Helmuth Scham
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Impulse, auch für die Mode

200 Jahre Bonapartes am Bodensee – dieses Jubiläum ist Anlass für die Ausstellung im Napoleonschloss auf dem Arenenberg. Titel: «Eine Königin macht Dampf – Zeitenwende am Bodensee 1817-1837».
Bildnachweis: Helmuth Scham
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Champagnergläser auf dem Esszimmertisch

Auf den Gläsern ist eine Gravierung zu sehen: ein H für Hortense, darüber eine Krone, und darunter drei Buchstaben St L. für den Ort Saint-Leu, woher sie stammt.
Bildnachweis: Helmuth Scham
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