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Pressefach Seegut Zeppelin
Letzter Pressetext: 07.07.26
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Basispressetext: 06.01.26, 33000 Zeichen, 10 Bilder
Der Park des Seegut Zeppelin (Fachartikel von Hendrik Fennel)

Naturnahe Gartenkunst am Bodensee

Im ersten Licht des Tages, wenn noch Nebelschwaden vom Bodensee her über die Wiesen ziehen, zeichnet sich im Park des Seeguts Zeppelin ein gewaltiger Umriss ab: ein über hundert Jahre alter kalifornischer Mammutbaum, der seine Krone in den Himmel reckt und von der außergewöhnlichen Geschichte dieses Ortes zeugt.

Zugleich erwacht ringsum das Leben. Vogelgesang erfüllt die kühle Morgenluft, während Tautropfen auf wilden Wiesenblumen glitzern. Zwischen den alten Baumriesen huscht ein Eichhörnchen über den Rasen und die ersten Sonnenstrahlen tanzen durch das dichte Blätterdach der Eichen und Buchen. Noch bevor die ersten Hotelgäste zum Frühstück erscheinen, entfaltet die Natur hier bereits ihre leise Dramaturgie: Libellen kreisen über den Wasserflächen, Bienen summen emsig zwischen den Kräuterbeeten und vom Seeufer weht eine frische Brise herüber, die einen betörenden Duft von Morgenfrische mit sich trägt. All das vermittelt sofort, dass dieser Hotelgarten mehr ist als eine bloße Kulisse – er ist ein lebendiger Mikrokosmos, ein kleines Ökosystem für sich.

Von der Villa zum Naturrefugium: historische Wurzeln
Das Seegut Zeppelin liegt eingebettet in einen rund vier Hektar großen Landschaftspark am Ufer des Bodensees. Dieser Park kann auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Einst ließ der Reutlinger Textilfabrikant Gustav Gminder 1907 hier als Sommersitz für seine Familie die Jugendstil-Villa Gminder errichten und legte rund um das Haus einen botanischen Garten en miniature an. Gminder, selbst ein Weltreisender und begeisterter Pflanzenliebhaber, brachte exotische Gehölze und seltene Gewächse aus aller Welt an den Bodensee.

So gediehen bald prächtige Magnolien, fremdländische Blumen und ungewöhnliche Nadelbäume auf dem Anwesen – allen voran der erwähnte Mammutbaum (Sequoiadendron), den Gminder als königliches Geschenk aus Kalifornien erhielt und der sich über ein Jahrhundert später noch immer imposant über dem Seeufer erhebt. Zugleich integrierte Gminder heimisches Grün: Eine stattliche Schwarzkiefer (Pinus nigra) nahe der Villa spendete Schatten und sollte dem heutigen Restaurant des Hotels ihren Namen „Pinus” verleihen. Schon damals galt der Park als verborgene Oase, ein privates Paradies, das lange Zeit hinter Hecken und Toren der Öffentlichkeit verborgen blieb.

Nach Gminders Zeit durchlief die Villa wechselvolle Jahrzehnte – unter anderem diente sie ab 1929 als Erholungsheim eines Diakonissenordens. Der Park blieb zwar gepflegt, war aber weiterhin nur wenigen zugänglich. Erst im 21. Jahrhundert begann ein neues Kapitel: Im Jahr 2014 erwarb die Stadt Friedrichshafen das Areal über die Zeppelin-Stiftung, um die Villa und den Park zu erhalten. Bald reifte der Plan, hier ein Hotel zu entwickeln, das sich der Natur unterordnet und den historischen Garten in den Mittelpunkt stellt. „Dies ist ein Garten mit Hotel und nicht ein Hotel mit Garten”, formulierte Betreiber Hendrik Fennel schon 2016 seine Vision, die den weiteren Weg weisen sollte. Von Anfang an war also klar: Das Herzstück des neuen „Seegut Zeppelin” würde der Park selbst sein.

Die Vision ab 2016: ein „Garten mit Hotel“
Bei der Planung dieses ungewöhnlichen Hotelprojekts standen Landschaftsschutz und Denkmalschutz an erster Stelle. Die historische Substanz sollte bewahrt und der alte Baumbestand unbedingt geschützt werden. Entsprechend holte man erfahrene Experten ins Boot: Das renommierte Landschaftsarchitekturbüro Planstatt Senner aus Überlingen wurde beauftragt, die Außenanlagen behutsam zu gestalten. Jede bauliche Änderung musste mit großer Sensibilität erfolgen, denn das Gelände lag in einem empfindlichen Ufer-Landschaftsschutzgebiet.

So durften nur zurückhaltende Eingriffe erfolgen, um beispielsweise die Ruhe überwinternder Wasservögel nicht zu stören. Zudem galt es, die denkmalgeschützte Jugendstil-Villa und die Veteranenbäume zu schonen. Die Planer meisterten diesen Balanceakt mit Bravour: Naturdenkmäler wie der Mammutbaum gaben buchstäblich den Takt vor – ihre Positionen bestimmten, wo neue Wege und Gebäude Platz finden durften.

Schließlich entwarfen die Plösser Architekten vier neue, pavillonartige Hotelgebäude, die der historischen Villa respektvoll Raum lassen. Frei nach dem Prinzip der „Kunst der Zurückhaltung” wurden die Neubauten so in den Park eingefügt, dass die Natur gleichsam zwischen ihnen hindurchfließen kann. Die Kubaturen blieben niedrig, die Fassaden erhielten dunkelgraue Holzlamellen und begrünte Dächer, sodass die modernen Häuser zurückhaltend wirken und sich in das umgebende Grün schmiegen.

Wichtig war auch, keine neue Fläche im Park zu versiegeln. Es wurden ausschließlich bereits zuvor bebaute oder versiegelte Bereiche genutzt, sodass die historische Parklandschaft maximal erhalten blieb. Insgesamt konnten ca. 10.000 m² des Grundstücks komplett der Natur und dem Artenschutz vorbehalten werden. Teile des Parks sind für Gäste nicht zugänglich, um Rückzugsräume für Tiere zu erhalten. Rund um die Neubauten säumen stattdessen Ansaaten aus regionalen Wildblumen die Wiesen. Statt kurzgeschorenem Ziergras grünt es dort nun artenreich.

Selbst an die Glasfronten wurde gedacht: Alle Fensterscheiben sind mit Vogelschutzmarkierungen versehen, um Kollisionsunfälle zu vermeiden. Und nachts bleibt der Garten konsequent dunkel, sodass keine grellen Lampen nachtaktive Tiere blenden oder den Blick auf den Sternenhimmel trüben. Diese Liebe zum Detail zeigt sich beispielsweise an der Beleuchtung: Abseits der Wege gibt es keinerlei künstliches Licht, wodurch die ursprüngliche Nacht im Park erhalten bleibt. Moderne Architektur und gewachsene Natur gehen hier Hand in Hand: Innen- und Außenräume verbinden sich, viele Hotelzimmer blicken direkt ins Grüne, Balkone öffnen sich zu den Baumwipfeln und beim ersten Tageslicht dringt Vogelgezwitscher bis in die Gästezimmer.

Umsetzung mit Expertenhand und Herzblut
Nach jahrelanger Vorbereitung fiel endlich der Startschuss für die bauliche Neugestaltung des Seegut Zeppelin. Während die Villa Gminder sorgsam saniert wurde, wichen alte Nebengebäude aus Nachkriegszeiten modernen Strukturen, ohne dass der Park übermäßig verändert wurde. Die eigentliche Umsetzung des Gartens erfolgte dann in den Jahren 2023 und 2024: Aus Plänen wurde Wirklichkeit. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten war dabei außergewöhnlich eng: Architekten, Landschaftsplaner und Gärtner saßen bereits früh an einem Tisch, tauschten Ideen aus und brachten praktische Erfahrung in die Planungsphase ein. So floss die gärtnerische Perspektive schon in die Entwürfe ein – und umgekehrt verstanden die Gärtner genau, welche Leitidee sie verwirklichen sollten.

Eine besondere Herausforderung war der enge Zeitplan. Zwischen der Fertigstellung der Gebäude und der Hoteleröffnung im Mai 2024 blieb nur wenig Zeit, um den Garten komplett anzulegen. Viele Pflanzungen mussten in kurzer Frist und zum jeweils passenden Saisonzeitpunkt erfolgen. Dank eines exakten Ablaufplans und des unermüdlichen Einsatzes des Gärtnerteams gelang es jedoch, innerhalb weniger Wochen Stauden und Gehölze fachgerecht zu setzen. An jeder Ecke spürt man, dass hier mit kompetenter Hand und vor allem mit viel Herzblut gearbeitet wurde. Ohne das Engagement des Expertenteams wäre der Garten nicht in so kurzer Zeit so gelungen entstanden, darin sind sich die Betreiber einig.

Es gibt vielfältige Gartenräume – vom Staudenbeet bis zur Streuobstwiese
Ein Rundgang durch den fertigen Hotelgarten zeigt eine Fülle unterschiedlicher Gartenbereiche, die harmonisch ineinander übergehen. In der Nähe der Villa Gminder leuchten im Sommer prächtige Staudenbeete, die Schmetterlinge und Bienen in Scharen anlocken. Hier wetteifern Lavendel, Sonnenhut, Wiesenskabiosen und Salbei mit ihren Blüten um die Gunst der Bestäuber. Gleich nebenan öffnen sich unter dem dichten Laub hoher Bäume schattige Räume mit ganz eigenem Zauber: Farne, Moose und schattenliebende Wildstauden wie Funkien gedeihen hier im Kühlen und schenken heißen Tagen eine frische Brise Grün.

Diese unterschiedlichen Bepflanzungen – sonnenliebende Blühstauden dort, filigrane Schattengewächse hier – sind nicht nur dekorativ, sondern erfüllen auch ökologische Funktionen. Sie bieten Insekten und Kleintieren vielfältige Nahrung und Lebensräume direkt vor der Haustür der Gäste.

Im westlichen Parkareal erstreckt sich ein duftender Kräuter- und Naschgarten, von dem vor allem die Küche profitiert. In Hochbeeten wachsen Rosmarin, Thymian, Minze und sogar alte Gemüsesorten. Daneben laden Beersträucher zum Naschen ein. Täglich erntet das Küchenteam hier frische Zutaten: Kräuter für den Tee, Beeren fürs Dessert oder essbare Blüten zur Dekoration der Teller. Auch die Gäste dürfen probieren: Wer an einem sonnigen Morgen an einem Minzblatt reibt oder eine reife Himbeere nascht, erlebt den Garten buchstäblich mit dem Geschmackssinn.

Anschließend beginnt eine ausgedehnte Obstwiese in traditioneller Streuobst-Manier mit hochstämmigen Apfel-, Birn-, Zwetschgen- und Kirschbäumen. Diese kleinen, alten Obstbäume sind eine Hommage an die regionale Gartenkultur. Im Frühjahr entfalten sie ein duftendes Blütenmeer in Weiß und Rosa und bieten Bienen und Hummeln ein summendes Paradies. Später im Jahr reifen die Früchte heran und viele davon werden geerntet und weiterverwendet. Ein Teil wandert direkt in die Hotelküche und wird zu Saft gepresst, zu hausgemachter Konfitüre eingekocht oder in kreativen Gerichten verarbeitet. So landen beispielsweise alte Apfelsorten aus dem Garten im Herbst als frischer Most oder als Dessert auf den Tellern der Gäste.

Bei der Auswahl der Sorten damals wurde großer Wert auf regionale Robustheit gelegt. Gepflanzt wurden überwiegend alte, an das Bodenseeklima angepasste Obstsorten, die als widerstandsfähig und ertragreich gelten. Sie sind frosthart, resistent gegen gängige Baumkrankheiten und Schädlinge und tragen zuverlässig Früchte. Zudem sind es Sorten mit vielseitiger Verwendbarkeit – von Tafelobst bis Mostapfel. Ein Beispiel ist der traditionelle Luikenapfel aus Württemberg, der sowohl frisch hervorragend schmeckt als auch für die Herstellung von Apfelwein und Edelbrand geeignet ist.

Durch diese kluge Sortenwahl ist die Streuobstwiese nicht nur robust, sondern auch ein lebendiges Archiv des regionalen Obstbaus. Sie bewahrt alte Sorten und deren Geschmack für kommende Generationen. Natürlich erfreuen sich auch die Hotelgäste an der Obstblüte und -ernte – viele kosten zum ersten Mal im Leben sortenreinen Most oder probieren einen seltenen Apfel direkt vom Baum.

Zum Ensemble gehört ebenfalls ein kleines historisches Gewächshaus, das auf dem Gelände erhalten und reaktiviert wurde. Früher zogen die Diakonissen darin Zierpflanzen, heute nutzen es die Gärtner auf vielfältige Weise. Hier werden Jungpflanzen für die Beete vorgezogen und empfindlichere Kräuter oder Gemüsesorten über den Winter gebracht. Außerdem experimentiert die Küche mit alten Tomaten- oder Chilisorten im Gewächshaus, um immer wieder neue, urige Geschmacksrichtungen auf die Teller zu bringen.

Perspektivisch ist sogar geplant, das charmante Glashaus für Gäste erlebbar zu machen, beispielsweise in Form kleiner Führungen oder Workshops zur Pflanzenzucht, bei denen interessierte Besucher Einblicke ins Gärtnerhandwerk erhalten. So fügt sich das Gewächshaus als verbindendes Element von Tradition und Moderne in den Garten ein.

Ganz am Rand des Parks, beinahe unscheinbar, entdeckt man schließlich eine ökologische Besonderheit: eine Benjeshecke, die auch als Totholzhecke bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um einen Wall aus aufgeschichteten Ästen und Zweigen, der nach und nach von Brombeerranken, Wildrosen und anderen Gehölzen überwachsen wird. Im Gegensatz zu einer sterilen Gartenmauer erfüllt diese natürliche Hecke gleich mehrere Zwecke: Sie grenzt das Gelände ab und dient als Wind- und Sichtschutz. Vor allem aber bildet sie ein „Trittsteinbiotop“, also einen kleinen Lebensraum, der vielen Tieren als Zwischenstation dient.

In den Hohlräumen der Benjeshecke nisten Vögel, Igel finden darin ihr Winterquartier und unzählige Insekten besiedeln das Totholz oder die darauf wachsenden Pilze. Man könnte sagen, hier steht ein „Hotel im Hotel“ – allerdings für die kleinsten Gäste der Anlage. Die Entscheidung für eine solche wilde Hecke statt eines konventionellen Zauns passt perfekt zur nachhaltigen Philosophie des Seegut Zeppelin: Man schafft Ästhetik und Ordnung, ohne der Natur ihren Raum zu nehmen.

Nicht zu vergessen sind die Altbäume des Parks – lebende Denkmäler, die dem Garten Struktur und Charakter verleihen. Neben dem Mammutbaum prägen mächtige alte Eichen, Buchen, Linden und Schwarzkiefern das Bild. Sie alle wurden in das neue Konzept integriert und behutsam geschützt. Keiner dieser Veteranen musste dem Neubau weichen, im Gegenteil – ihre Präsenz inspirierte die moderne Gestaltung. Die alten Bäume bilden nun das grüne Gerüst des Gartens und geben zu jeder Jahreszeit Halt und Atmosphäre. Ob im Frühlingsgrün, im sommerlichen Schatten, im goldenen Herbstlaub oder mit schneebedeckten Ästen im Winter – sie sorgen stets für ein gewachsenes Ambiente und erinnern daran, dass dieser Park eine Seele hat, die weit in die Vergangenheit zurückreicht.

Winterzauber und Wandel durch die Jahreszeiten: Auch außerhalb der Blühsaison verliert der Garten nicht an Reiz. Im Gegenteil, jede Jahreszeit zaubert eigene Stimmungen hervor. Im Frühjahr sprießt neues Leben aus allen Ecken. Die Wiese, eben noch winterbraun, ist plötzlich übersät von wilden Krokussen, Narzissen und frühen Tulpen, während die Obstbäume in duftende weiß-rosa Blütenwolken gehüllt sind. Überall summt und brummt es, Bienen und Hummeln nehmen den ersten Nektar des Jahres auf. Der Sommer bringt Fülle und Duft: Rosen, Malven, Lavendel und Salbei blühen gleichzeitig und warme Kräuteraromen liegen in der Luft.

Insekten taumeln von Blüte zu Blüte, Schmetterlinge tanzen über die Wiesen und Libellen schwirren an sonnigen Tagen über den Teich. Wenn der Herbst kommt, wechselt das Bild abermals: Alte Ahorn- und Lindenbäume flammen in Gold- und Rottönen auf, am Boden raschelt buntes Laub und spätblühende Stauden wie Astern und Fetthenne setzen letzte violette Farbtupfer. Dann kehrt langsam Ruhe ein. Doch selbst im tiefsten Winter bleibt der Park voller Leben, wenn auch versteckt: Zierliche Samenstände ragen aus dem Raureif empor und dienen Finken und Meisen als willkommene Nahrung. Immergrüne Gehölze – Eiben, Stechpalmen, Kiefern – sorgen hier und da für Farbe im kahlen Geäst.

Und die Gärtner greifen bewusst so wenig wie möglich ein. Abgefallenes Laub bleibt in entlegenen Winkeln als Igelversteck liegen und hohle Staudenstängel werden über den Winter nicht abgeschnitten, damit Wildbienen darin Unterschlupf finden. So wirkt der Garten in der kalten Jahreszeit vielleicht ruhiger und aufgeräumter, doch er ist voller verborgenem Leben – ein stilles Versprechen auf den kommenden Frühling.

Pflege mit Fingerspitzengefühl
Die Pflege dieses grünen Paradieses ist ein Balanceakt zwischen Eingreifen und Zulassen. Das Motto der Gärtner könnte lauten: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“ Im Seegut Zeppelin wird der Garten nicht als sterile Schauvitrine behandelt, sondern als lebendiger Organismus, der eine gewisse Eigendynamik behalten darf. Das Gärtnerteam um Simon Neitzel und Oliver Karolius – unterstützt von einem engagierten Hausmeister sowie der Betreiberfamilie selbst – hält den Park in Form, ohne ihm seine natürliche Wildheit zu nehmen.

Konkret bedeutet das: An manchen Stellen greift man regelmäßig ein, an anderen lässt man der Natur freien Lauf. Verblühte Stauden werden beispielsweise erst spät im Frühjahr zurückgeschnitten, damit Schmetterlinge, Marienkäfer und andere Insekten, die darin überwintern, nicht zu früh gestört werden. Wildkräuter (umgangssprachlich auch „Unkraut“ genannt), die an unpassender Stelle sprießen, werden behutsam entfernt – aber dort, wo sie das Gesamtbild nicht stören, dürfen Brennnessel & Co. einfach stehenbleiben. In den sorgfältig angelegten Blumenbeeten wird selbstverständlich gejätet, doch an den Rändern des Parks gibt es bewusst geduldete wilde Ecken. Hier bleiben auch mal Totholzhaufen liegen oder es wächst eine kleine Brennnessel-Ecke, da gerade diese Strukturen vielen Tieren wertvollen Unterschlupf bieten.

Zugleich achten die Gärtnerinnen und Gärtner darauf, dass der Garten für Gäste einladend und sicher bleibt. Es gilt, die Balance zwischen Natürlichkeit und Ordnung zu halten. So dürfen die Wege beispielsweise nicht zuwuchern oder zur Stolperfalle werden. Eine klare Wegestruktur mit befestigten Pfaden wird deshalb regelmäßig freigeschnitten und kontrolliert. Empfindliche junge Pflanzungen werden anfangs geschützt und erhalten ausreichend Wasser, bis sie sich etabliert haben. Rasenflächen gibt es im Park nur wenige.

Wo Graswege existieren, werden sie in moderaten Abständen gemäht, jedoch zu Zeiten, zu denen wenige Gäste gestört werden, beispielsweise am späten Vormittag unter der Woche. In den Randbereichen werden die Wiesen länger wachsen gelassen und höchstens zweimal im Jahr gemäht, damit sich Wildblumen aussäen und als Insektenweide dienen können. Technisch setzt man auf moderne, leise Geräte mit Elektrobetrieb, um Lärm zu vermeiden. All diese Maßnahmen werden intern gut abgestimmt.

Wenn etwa eine Hochzeitsgesellschaft im Garten feiert, koordiniert das Gärtnerteam seine Einsätze mit der Rezeption, damit kein Motorengeräusch die Idylle stört. Die Devise lautet: Natur und Hotellerie in Einklang bringen. Und tatsächlich gelingt dieser Spagat: Der Garten präsentiert sich artenreich und lebendig, aber dennoch gepflegt – ein wild-romantischer, doch kultivierter Rahmen, in dem sich Gäste wohlfühlen. Hendrik Fennel, der Geschäftsführer, formuliert es rückblickend wie folgt: „Die größte Herausforderung war, Ökologie, Design und den praktischen Hotelalltag ‚unter einen Hut zu bekommen‘ – heute sind wir stolz, dass uns dies gelungen ist.

Wildnis wagen: Biodiversität als Leitmotiv
Hinter all dem steht ein klares Prinzip: Ökologie hat oberste Priorität. Jede Fläche im Seegut-Garten wird möglichst naturnah bewirtschaftet, um die Artenvielfalt zu fördern. Der Park versteht sich als Refugium für Flora und Fauna – ein kleines Gegenstück zur zunehmend artenärmeren Agrarlandschaft ringsum. Im Bodenseeraum sind in den letzten 30 Jahren etwa 25 % der Brutvogelarten verschwunden und über die Hälfte aller Wildbienen gilt als gefährdet. Ein Garten wie dieser kann ein wichtiger Gegenpol sein, denn hier wird konsequent auf Chemie verzichtet.

Das Seegut Zeppelin trägt stolz die Plakette „Natur im Garten“. Diese Auszeichnung erhalten nur Gärten, die strenge ökologische Kriterien erfüllen. Das bedeutet konkret, dass keinerlei chemisch-synthetische Pestizide oder Kunstdünger eingesetzt werden und auch auf klimaschädlichen Torf im Substrat verzichtet wird. Stattdessen setzt man auf natürliche Kreisläufe: Kompost aus den eigenen Grünabfällen düngt die Beete, Jauchen (Pflanzensud) und Mulch verbessern die Bodenfruchtbarkeit und Nützlinge wie Marienkäfer oder Schlupfwespen übernehmen die Schädlingsbekämpfung.

Zudem muss für die Zertifizierung ein Großteil der Fläche unversiegelt bleiben und die Bepflanzung muss überwiegend aus heimischen oder ökologisch wertvollen Arten bestehen. Diese Auflagen erfüllt der Hotelgarten spielend: Je bunter und naturbelassener, desto besser – genau das war von Beginn an das Konzept.

Ein Blick auf die Bepflanzung zeigt die Logik der Biodiversität: Viele der verwendeten Stauden und Blumen sind einheimische Wildarten oder traditionelle Gartenstauden mit ungefüllten Blüten, die reichlich Pollen und Nektar bieten. Auf exotische Showpflanzen, die ökologisch oft wertlos sind, wurde weitgehend verzichtet. Anstelle von Geranien und hochgezüchteten Hybridrosen dominieren hier beispielsweise Wiesensalbei, Skabiosen, Flockenblumen oder Wildrosen. Solche Pflanzen sind nicht nur schön, sondern auch unglaublich nützlich: Die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) etwa gehört zu den wertvollsten Insektenweiden unserer Wiesen – an ihren violetten Blüten wurden über 95 Wildbienenarten und rund 40 Schmetterlingsarten nachgewiesen. Sie bieten damit Nahrung und Kinderstube zugleich, denn selbst die Raupen von 37 Tag- und Nachtfaltern fressen an ihren Blättern. Kein Wunder, dass die Wiesenflockenblume zur Schmetterlingspflanze des Jahres gekürt wurde.

Ein anderes Beispiel ist der Gewöhnliche Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris): Seine gelben Blüten produzieren neben Nektar auch spezielle Öle, auf die sich die Öl-Schenkelbiene (Macropis) spezialisiert hat. Ohne den Gilbweiderich gäbe es diese seltene Biene nicht – ein eindrucksvolles Beispiel für die wechselseitigen Abhängigkeiten in der Natur. Weitere Pflanzen, die gezielt gefördert werden, sind der Wiesensalbei (Salvia pratensis), ein violett blühender Sommerblüher, und der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis). Letzterer ist beispielsweise unverzichtbar für den vom Aussterben bedrohten Wiesenknopf-Ameisenbläuling, da er seine Eier nur in den Blütenköpfchen dieser Pflanze ablegen kann. Gleichzeitig saugen Wildbienen im Spätsommer Nektar aus den rotbraunen Köpfchen des Wiesenknopfs.

Solche Beispiele ließen sich fortsetzen – von der Schafgarbe über den Natternkopf bis zum Efeu, der erst im Herbst blüht und späten Insekten als letzte Tankstelle dient. Entscheidend ist: Durch den bunten Mix einheimischer Blühpflanzen entsteht ein Netzwerk, das vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Nahrung und Lebensraum für unzählige Insekten bietet. Im Seegut Zeppelin hat man genau darauf geachtet, einen solchen durchgehenden „Blüten-Stafettenlauf” sicherzustellen – vom ersten Krokus bis zur letzten Efeublüte im Oktober. So schließt sich der Kreis: Der Garten ist nicht nur ästhetisch abwechslungsreich, sondern erfüllt auch eine ökologische Mission.

Ausgezeichnetes Grün: „Natur im Garten“ und Bodenseegärten
Die konsequent naturnahe Gestaltung des Hotelparks wurde bereits mehrfach gewürdigt. Wie bereits erwähnt, trägt der Garten das österreichisch-internationale Gütesiegel „Natur im Garten“, das für ökologisches Gärtnern ohne Chemie steht. Sichtbar ist dies für Besucher an einer kleinen Plakette, die am Eingang prangt. In der Hotellerie ist ein derart zertifizierter Naturgarten noch immer eine Seltenheit – umso mehr versteht sich das Seegut Zeppelin als Vorreiter, echte Nachhaltigkeit bis in den Garten hinein umzusetzen. Die „Natur im Garten“-Kriterien – Verzicht auf Pestizide, Dünger und Torf, Förderung der heimischen Artenvielfalt und Schaffung von Wildniszonen – sind hier keine Bürde, sondern werden aktiv gelebt.

Zugleich ist der Park Teil des grenzüberschreitenden Netzwerks „Bodenseegärten“, einer Vereinigung besonderer Gärten und Parks rund um den Bodensee. In deren Broschüren wird das Areal des Seegut Zeppelin als „traumhafter Landschaftspark mit faszinierender Pflanzenvielfalt und harmonischer Atmosphäre, die Natur und Mensch vereint“ hervorgehoben. Durch diese Mitgliedschaft wird der Garten in einem Atemzug mit so renommierten Anlagen wie der Insel Mainau oder dem Arenenberger Park genannt – jedoch mit einer eigenen, modernen Note: dem Fokus auf Naturerlebnis und Nachhaltigkeit. Für die Betreiber ist die Aufnahme ins Bodenseegärten-Portfolio Ehre und Ansporn zugleich.

Sie eröffnet Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Garten-Enthusiasten der Region und zur Teilnahme an gemeinsamen Aktionen. So soll etwa in Zukunft regelmäßig ein „Tag des offenen Gartens” stattfinden, an dem interessierte Besucher das Gelände kennenlernen können – nicht nur Hotelgäste. In Kooperation mit der Bodenseegärten-Initiative werden zu diesem Anlass Führungen, Vorträge oder kleine Ausstellungen angeboten, um die Idee der nachhaltigen Gartenkultur weiterzutragen.

Naturschutzverbände würdigen grundsätzlich das Engagement. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) sieht in naturfreundlich gestalteten Parks wie diesem ein wichtiges Signal für den Erhalt der Biodiversität, da sie genau dem entsprechen, was in der Region angestrebt wird: mehr Lebensräume für heimische Arten, blühende Wiesen statt Schotterflächen und Obstwiesen statt Monokulturen.

Ein Paradies für Gäste – Rückzugsort, Erlebnisraum und Inspirationsquelle
Für die Gäste des Hotels ist der weitläufige Garten weit mehr als nur schmückendes Beiwerk – er ist ein zentraler Teil des Aufenthalts, ein Ort der Erholung und der Sinneseindrücke. Viele Besucher spüren schon beim ersten Spaziergang, dass dies kein austauschbarer Designerpark ist, sondern ein „echter” Garten mit Seele. So wird der Park zu einer Art grünem Wohnzimmer des Hotels: Man flaniert unter den alten Bäumen, lässt den Blick über den glitzernden See schweifen und atmet den würzigen Duft von Harz und Kräutern ein. Besonders in den frühen Morgenstunden oder am Abend, wenn der Tau die Aromen verstärkt, bleiben manche Gäste stehen und atmen ganz bewusst tief ein. „So einen Blütenduft habe ich noch nie erlebt“, schwärmen sie.

Ein Highlight für viele ist die spürbare Artenvielfalt im Garten. Überall summt, zwitschert und flattert es. Viele Gäste sind erstaunt, wie viele Schmetterlinge sie hier zu Gesicht bekommen. Einige meinen, seit ihrer Kindheit nicht mehr so ein buntes Gewimmel beobachtet zu haben. Das Feedback zeigt: Gerade diese Lebendigkeit wird heute als unerwarteter Luxus empfunden. Während ein steriler Zierrasen woanders vielleicht „ordentlich“ wirkt, bietet der Naturgarten des Seeguts Zeppelin echte Erlebnisse: Abends tummeln sich Fledermäuse über dem Areal, allernorts summt es geschäftig und auf den Wildblumen tummeln sich Bienen, Hummeln und Käfer. Kinder entdecken staunend die kleinen Wunder, verfolgen eine Raupe am Wegesrand oder beobachten, wie Eidechsen über die Steine huschen.

Erwachsene finden derweil zu innerer Ruhe. Viele sagen, dass ein halbstündiger Spaziergang durch den Garten für sie fast so entspannend sei wie ein Besuch im Spa. Tatsächlich strahlt der Park eine harmonische Ruhe aus, die spürbar auf die Menschen übergeht. Wer unter der altehrwürdigen Schwarzkiefer steht, spürt eine Erdung und Verbundenheit mit der Natur, wie man sie sonst oft nur im Wald erlebt – ein Effekt, der an das inzwischen beliebte Waldbaden erinnert. Viele Gäste nehmen diese Eindrücke mit nach Hause: Der Garten regt zum Nachdenken an, manchmal sogar zum Umdenken. So mancher Stammgast hat sich daheim eine wilde Ecke im eigenen Garten gegönnt oder ein Insektenhotel aufgestellt – inspiriert von dem, was er hier gesehen hat.

Für den Komfort der Gäste bietet der Garten zudem viele Rückzugsorte. Anders als in manchen formalen Hotelparks mit offenen Sichtachsen findet man hier lauschige Plätze zum Verweilen. Versteckte Bänke hinter blühenden Sträuchern laden zum Lesen ein, eine Hängematte zwischen zwei Bäumen bietet einen Blick in die Baumwipfel und an mehreren Stellen kann man sich einfach ins hohe Gras setzen und den Wolken nachschauen. Die erlebnisorientierte Gestaltung spricht alle Sinne an: Wer mag, geht barfuß über weiches Moos oder kleine Pfade und fühlt die Erde unter den Füßen.

Raue Stämme der Baumriesen laden ein, die Natur haptisch zu erleben. An einigen Punkten erklären Infotafeln die besonderen Naturfunktionen, sodass auch wissbegierige Gäste auf ihre Kosten kommen. Abends, wenn anderswo die Lampions angehen, bleibt es im Seegut-Garten wohltuend dunkel und still. Perfekt, um auf der Terrasse den Sternenhimmel zu betrachten oder in der Dämmerung dem Zirpen der Grillen zu lauschen. All das schafft eine Atmosphäre, die in Erinnerung bleibt. „Man merkt, dass dieser Garten lebt und geliebt wird“, schrieb ein Gast begeistert in seiner Bewertung. Und genau das ist spürbar: Überall sieht man die liebevolle Pflege und Hingabe, die in diesem Park stecken.

Mal begegnet man den Gärtnern beim Jäten und kommt mit ihnen ins Gespräch, mal entdeckt man bewusst stehen gelassene „Unordentlichkeiten” und versteht ihren Zweck. Diese Authentizität unterscheidet den Garten deutlich von durchgestylten Anlagen. Das Ergebnis: Die Gäste fühlen sich in der Natur angekommen. Viele Stammgäste haben längst ihre Lieblingsplätze im Park gefunden – der eine zieht sich gern zur Benjeshecke zurück, um Vögel zu beobachten, die andere liebt die Bank unter der alten Kiefer. Der ständige Wandel der Szenerie durch das Jahr tut ein Übriges: Jeder Besuch und jede Jahreszeit bringen neue Eindrücke und der Garten wird nie langweilig. So trägt der Park ganz wesentlich zur Wohlfühlatmosphäre des Hotels bei. Er bietet Rückzug und zugleich Inspiration, Ruhe und zugleich Lebendigkeit – eine Mischung, die heutzutage selten geworden ist und deshalb von den Gästen umso mehr geschätzt wird.

Gestalten in die Zukunft – Pläne und Perspektiven
Die Kuratoren dieses Gartens in der Gegenwart, die Familie Fennel und ihr Team, haben noch viel vor. Schließlich betrachten sie den Park als ein lebendiges Projekt, das sich ständig weiterentwickeln darf. Geplant ist beispielsweise, die Teilhabe des den Garten für die Öffentlichkeit vorsichtig und respektvoll zu verbessern. Neben dem bereits erwähnten Tag des offenen Gartens, der jährlich stattfinden soll, denkt man über Genussführungen nach: geführte Rundgänge, bei denen die Besucher die Vielfalt mit allen Sinnen erleben können. Dabei könnten Gäste beispielsweise von den Gärtnern persönlich Einblicke in die Bepflanzung erhalten, an seltenen Beeren naschen oder an duftenden Blüten schnuppern und so ganz neue Eindrücke gewinnen.

 

Auch Bildungsformate stehen auf dem Programm: Der Park soll für Workshops, Vorträge oder Umweltbildungsaktionen genutzt werden. In Kooperation mit Naturschutzverbänden könnte beispielsweise ein jährlicher Tag der Artenvielfalt geplant werden, an dem Experten und interessierte Laien gemeinsam erfassen, welche Tier- und Pflanzenarten im Garten vorkommen. Dieses Monitoring soll einerseits den Erfolg der ökologischen Maßnahmen belegen und andererseits Aufmerksamkeit für die heimische Biodiversität schaffen, eventuell durch kleine Forschercamps für Kinder, die auf Entdeckungstour gehen.

Zudem möchte man den Bestand an alten Sorten und Raritäten gezielt erweitern. In der Streuobstwiese könnten weitere historische Apfel- und Birnensorten gepflanzt werden, um die genetische Vielfalt zu erhalten. Im Staudenbeet ist geplant, gefährdete Wildstauden wie den Purpur-Enzian oder die Sibirische Schwertlilie zu kultivieren und so zu ihrem Erhalt beizutragen. Auch die berühmte Bodensee-Sorte Speierling, eine seltene Wildobstart, könnte eines Tages im Park einen Platz finden – sowohl aus historischem Interesse als auch als Beitrag zur Vielfalt.

Die Pflege des kostbaren Baumbestands bleibt weiterhin ein Dauerauftrag. Sobald absehbar ist, dass ein betagter Baum in einigen Jahren weichen muss, soll rechtzeitig ein junger Baum nachgepflanzt werden. So wächst die nächste Generation bereits heran, während die alte noch steht – ein fließender Übergang, der sicherstellt, dass der Garten seinen grünen Charakter nie verliert. Insgesamt wollen die Betreiber den Garten behutsam weiterentwickeln, ohne seine Seele zu verändern. Kooperationen mit lokalen Initiativen, wie einem Obst- und Gartenbauverein oder Schulen, könnten das Projekt zusätzlich bereichern.

Wer weiß, vielleicht wird es sogar irgendwann geführte Waldbaden-Spaziergänge geben, bei denen Hotelgäste unter fachkundiger Anleitung die beruhigende Wirkung der alten Bäume auf Körper und Geist erfahren können. Die Möglichkeiten sind vielfältig und zeigen eines: Dieser Garten ist kein statisches Produkt, sondern ein wachsendes, lernendes System.

Schon jetzt erfährt der Park Anerkennung von vielen Seiten. Die Vereinigung Bodenseegärten hebt ihn in ihren Publikationen als Musterbeispiel hervor, Umweltorganisationen loben das Konzept und in Gästebewertungen fällt immer wieder das Wort „atemberaubend” in Bezug auf die Umgebung. Besonders betont wird dabei, wie harmonisch hier Architektur und Natur ineinandergreifen. Statt auf Asphalt und Parkplätze blickt man vom Zimmer aus auf ein Meer aus Grün und versteht sofort, was mit dem Genius Loci – dem Geist des Ortes – gemeint ist.

Im Garten des Seegut Zeppelin verbinden sich Vergangenheit und Zukunft auf einzigartige Weise. Das Erbe Gustav Gminders – seine Leidenschaft für Pflanzen und seine Liebe zur Natur – lebt in jedem Winkel des Parks fort. Gleichzeitig beweist dieser Garten, dass moderne Nachhaltigkeit und Ästhetik Hand in Hand gehen können. Hier ist ein lebendiges Freiluft-Labor für naturnahes Gärtnern entstanden – ein sinnlicher Rückzugsort für Menschen, die Ruhe und Inspiration suchen. Wer heute durch diesen Park schlendert, wandelt buchstäblich auf den Pfaden der Geschichte und erlebt zugleich, wie aus einer traditionellen Parkanlage ein zukunftsweisendes Stück lebendige Natur entstanden ist.

Ein Besuch im Seegut-Garten hinterlässt bleibende Eindrücke und vermittelt möglicherweise ein neues Verständnis dafür, welchen Mehrwert echte Natur im Hotelkontext stiften kann. In einer Welt voller Hektik ist hier ein Ort entstanden, an dem die Natur das Sagen hat und der Mensch als Gast willkommen ist. Ein Ort, der zeigt, dass beherzte Gartenkunst im Einklang mit der Natur nicht nur möglich, sondern schlichtweg wunderbar ist.