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Pressefach Napoleonmuseum Arenenberg
Letzter Pressetext: 19.03.26
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Pressemitteilung: 19.03.26, 7000 Zeichen, 6 Bilder
Arenenberg, Konstanz, der Thurgau und der Bodensee in historischen Fotografien / Ausstellung vom 20. März bis 20. September 2026

Napoleonmuseum zeigt, «was der Kaiser noch sah»

Das Napoleonmuseum Arenenberg zeigt in der Ausstellung «Was der Kaiser noch sah» vom 20. März bis 20. September 2026 an den Wänden des Cinémas und auf digitalen Displays über 500 historische Fotografien, die in der Zeit von 1860 bis ca. 1906 auf dem Arenenberg, in Konstanz und der Bodenseeregion entstanden sind. Sie spüren den umfassenden Veränderungen nach, mit denen die Menschen damals auch aufgrund der rasanten technischen Entwicklung konfrontiert waren. Gleichzeitig bringen sie den heutigen Betrachter zum Staunen, denn der Unterschied zur Jetzt-Zeit könnte oftmals kaum grösser sein.

Im Jahr 1865 reiste der französische Kaiser Napoleon III. zusammen mit seiner Frau Kaiserin Eugénie nach langer Zeit noch einmal an den Bodensee. Hier fühlte er sich zuhause: Am Thurgauer Bodenseeufer und in Konstanz hatte er grosse Teile seines Lebens als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener verbracht. Der technische Fortschritt hatte das Gesicht der Region in den letzten Jahrzehnten verändert und der technikvernarrte Monarch reiste über die erst vor Kurzem fertiggestellten Eisenbahnverbindung an – mit Ausstieg in Konstanz. Von hier brachte ihn eine Kutsche auf seinen geliebten Arenenberg.

Junges Verfahren der Fotografie dokumentiert erstmals ganze Städte
Eine junge Innovation war in dieser Zeit auch das Verfahren der Fotografie. Zuvor lag die Abbildung städtebaulicher Situationen in den Händen heimischer Genremaler wie etwa dem Konstanzer Nikolaus Hug, der auch Zeichenlehrer des späteren Kaisers gewesen war. Sie variierten in ihren Zeichnungen und Gravuren immer wieder ähnliche, dekorativ wirkende Motive. Erst mit dem Aufkommen der Fotografie entstehen umfassende städtebauliche und landschaftliche Dokumentationen, die ein verlässliches Bild darüber vermitteln, «was der Kaiser noch sah», als er ein letztes Mal in die Region reiste.

Die gezeigten Bilder folgen den Stationen des Kaiserpaars
Die Ausstellung spürt den Veränderungen am See der vergangenen 160 Jahre nach. Mehr als 400 detailliert beschriebene historische Bilder zeigen die Stationen, die der Kaiser und seine Frau während ihres Aufenthaltes, gut dokumentiert durch Augenzeugenberichte, ansteuerten bzw. passierten. Das beginnt mit der Anreise im grossherzoglich-badischen Sonderzug über Singen, Radolfzell, Allensbach und Hegne nach Konstanz. Von dort folgt die Bilderpräsentation der Kutsche des Regenten durch die Stadt rheinabwärts durchs Tägermoos nach Ermatingen und auf den Arenenberg. Tags darauf standen der Lilienberg und die übrigen napoleonischen Schlösser am Untersee auf dem Programm, ausserdem Freundschaftsbesuche auf dem nahen Thurgauer Seerücken, in Ermatingen, Emmishofen und Kreuzlingen. Am dritten Tag ging es aufs Wasser: zur Reichenau, durch den Gnaden- und Rheinsee, weiter über den Seerhein in den Überlinger- und Obersee. Überlingen, Mainau, Meersburg, Friedrichshafen, Lindau, Rorschach, Arbon und Kreuzlingen sind nur einige Orte, die dabei passiert wurden. Wieder in Konstanz zeigte der Kaiser seiner Frau bei einer Stadtrundfahrt die Sehenswürdigkeiten seiner Heimatstadt und stellte ihr alte Bekannte vor. Am Tag der Abreise besuchte das kaiserliche Paar noch Gottlieben. Das Schloss hatte Louis Napoléon als republikanisch gesonnener Prinz steckbrieflich gesuchten Revolutionären als Refugium überlassen.

Zwei mediale Ausstellungsebenen / «Schwarmwissen gefragt!»
Für ein zeitgemässes Ausstellungserlebnis arbeitet die Szenografie auf zwei Ebenen: Etwa 100 Fotos an den Wänden des Ausstellungsraumes bieten die Möglichkeit zu einem Überblick. Unter dem Stichwort "Einst und Jetzt" werden Veränderungen der Lebenswelt beispielhaft anhand aktueller Vergleichsbilder nachvollzogen. Für tiefer Interessierte stehen fünf digitale Stationen mit Bildschirmen bereit. Augenzeugenberichte und rund 250 Fotos können hier durchgeblättert werden. Die Bilder sind nach chronologischen Gesichtspunkten geordnet und mit ausführlichen Begleittexten versehen. Neun einzelne Kapitel sowie ein Vor- und Abspann, erleichtern die Bewegung auf der bilderbuchartigen Plattform.

Anreize zum Mitmachen bietet demnächst ein sechster Bildschirm. Auf ihm ist eine noch nie gezeigte private Kollektion von weiteren ca. 250 Fotos zu sehen, die das Napoleonmuseum während der Vorbereitung zur Ausstellung geschenkt bekam. Bei der Lokalisierung der Motive tappen die Ausstellungsmacher oft im Dunkeln. Hier heisst es: «Schwarmwissen gefragt!». Die Museumsleitung bittet die Besucherinnen und Besucher um Mithilfe. Eventuell können sie einen wertvollen Beitrag dazu leisten, Orte und abgebildete Personen auf den Bildern zu identifizieren. Für den Museumsnachwuchs wird es ab Mai die Möglichkeit geben, ausgewählte Fotos zusammenzusetzen und dabei zu lernen, wie sich die Region in den vergangenen 160 Jahren stetig verändert hat. Gleichzeitig motivieren wechselnde Rätsel die Gäste sich interaktiv mit den Bildern zu beschäftigen. Wer die Fragen richtig beantwortet, dem winken kostenlose Eintritte.

Und noch ein wenig Hintergrund…
Schon lange hatte Napoleon III. das Heimweh nach dem Bodensee gequält. Die öffentliche Anteilnahme an dieser Nostalgiereise war dann auch enorm. Jubelnd war das Kaiserpaar am Bahnhof Konstanz von einer Menschenmenge empfangen worden.

Zitat aus der Thurgauer Zeitung vom 18. August 1865 zur Ankunft Napoleons III. in Konstanz: «’Der Kaiser’, flüstert es durch die Menge. Und richtig: da kommt er, zwar etwas gebückten Ganges, aber sehr gesund und frisch aussehend, wir möchten fast sagen blühend. Scharfen Auges und freien Blickes, den Stempel des Herrschers auf der Stirne tragend, steigt er in den Wagen, vor ihm die Kaiserin, eine schöne, jugendliche, wahrhaft kaiserliche Gestalt, lachend und scherzend, in einfacher, aber nur umso mehr einnehmender Kleidung und ein Mündchen voll Perlenzähne zeigend, um welche sie Eva im Paradies beneidet haben würde.»

Zugleich hatten sich die Landschaft und die Menschen verändert. Auch am Bodensee hatte die Industrialisierung Europas Fahrt aufgenommen. Angeschoben nicht zuletzt durch den fortschrittsorientierten Kaiser selbst: Dampfboote verdrängten Segelschiffe, die Eisenbahn das Pferdefuhrwerk, Städte und Dörfer verloren ihren Jahrhunderte alten Charakter. Auch die Landschaft erhielt ein neues Gesicht: wo einst Reben die Ufer des Sees und sein Hinterland prägten, traten nun Streuobstwiesen und Viehhaltung in den Vordergrund. An vielen Stellen entstanden Fabriken, in denen die Menschen neue Arbeit fanden. All das zeigen die Bilder der Schau im Napoleonmuseum.

Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Konstanz statt. Es hütet mit der Sammlung der Hofphotographen Wolf einen ungeheuren Schatz über die Entwicklung und Veränderung rings um den See. Ca. 70 Prozent der gezeigten Bilder stammen aus diesem Fundus und können dank der Großzügigkeit des Stadtarchivs in grosser Fülle gezeigt werden.

Weitere Aufnahmen wurden dem Napoleonmuseum von privaten Leihgebern und Donatoren zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen: https://napoleonmuseum.tg.ch

 

SERVICETEIL

Ausstellung im Napoleonmuseum Arenenberg

«Was der Kaiser noch sah»
Arenenberg, Konstanz, der Thurgau und der Bodensee in historischen Fotografien
20. März bis 20. September 2026

 

Öffnungszeiten
April bis September: täglich 10 bis 17 Uhr, letzter Eintritt 16:30 Uhr
Oktober bis März: Di bis So: 10 bis 17 Uhr
Tel + 41 58 34 574 10, napoleonmuseum@tg.ch  

Preise
Pro erw. Person: CHF 15.–
Kinder und Jugendliche (6 bis 16 Jahre): CHF 5.–
Familienkarte (2 Erwachsene und 2 Kinder/Jugendliche): CHF 32.–
Jahreskarte Erwachsene: CHF 35.–

Kontakt Arenenberg
Arenenberg 1
CH-8268 Salenstein
www.arenenberg.ch | https://napoleonmuseum.tg.ch

 

Leihgeber und Donatoren:

  • Stadtarchiv Konstanz
  • Daniel Gross, Konstanz
  • Martin Friedrich, Salenstein
  • Familienarchiv Gügel-Frank, Konstanz
  • Werner-Schupp--Stiftung, Konstanz
  • Christina Egli, Kreuzlingen
  • Städtische Museen Konstanz

Die Ausstellung wird als Pop-up ab November 2026 im
Unternehmerforum Lilienberg zu sehen sein.

 

Veranstaltungen und Angebote rund um die Ausstellung

Anmeldung für alle Veranstaltungen online unter: https://napoleonmuseum.tg.ch oder per Mail an reservation.nap@tg.ch bzw. telefonisch unter Tel. +41 58 345 74 10

 

Kuratorenführungen

Kuratorenführung durch die Ausstellung «Was der Kaiser noch sah»

  • Mittwoch, 22. April 2026, 17:30 – 18:30 Uhr, anschliessend Apéro
  • Donnerstag, 13. August 2026, 17:30 – 18:30 Uhr, anschliessend Apéro

Treffpunkt: Museumsshop. Kosten:  CHF 18.– p.P. (inkl. Ausstellungsticket und
Degustation/Apéro)

«Napoleon III., Kaiserin Eugénie und der Wein»

Kuratorenführung durch die Ausstellung «2000 Jahre Wein am Narrenberg» im historischen Weinkeller mit «kaiserlichem» Schwerpunkt und anschliessender Degustation

Treffpunkt: Museumsshop. Kosten: CHF 18.– p.P. (inkl. Ausstellungsticket und
Degustation/Apéro)

 

Vorträge

Vortrag: «Eugénie, Kaiserin der Franzosen: Rebellisch und einflussreich» Referentin: Christina Egli, Stellv. Direktorin Napoleonmuseum Arenenberg

  • Montag 13. Juli  2026,  18:00 – 19:30 Uhr

Treffpunkt: Museumsshop. Kosten: CHF 18. – p.P.

Bildervortrag: «Was der Kaiser noch sah»
Referent: Dominik Gügel, Direktor Napoleonmuseum Arenenberg

  • Donnerstag, 11. Juni 2026, 17:30 – 19:00 Uhr

Treffpunkt: Museumsshop. Kosten: CHF 18.– p.P.

Anmeldung für alle Veranstaltungen online unter: https://napoleonmuseum.tg.ch oder per Mail an reservation.nap@tg.ch bzw. telefonisch unter Tel. +41 58 345 74 10

 

Das Napoleonmuseum Arenenberg in Kürze:

Das seit 1855 zu besichtigende Napoleonmuseum Arenenberg ist das einzige deutschsprachige Museum zur napoleonischen Geschichte. Sein Forschungsgebiet reicht von der französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg. Zu diesem Zweck unterhält das Haus wertvolle Sammlungen verschiedener Genres sowie ein umfangreiches Archiv. Seine ca. 35'000 Bände umfassende Forschungsbibliothek wird laufend erweitert. Seit einigen Jahren unterzieht sich das Napoleonmuseum einem Wandel. Zusätzliche Räume des ehemaligen Schlossguts Arenenberg erlauben es zukünftig, aus dem bestehenden Haus ein modernes Institut zur Erforschung, Bewahrung und Präsentation der napoleonischen Geschichte zu entwickeln. Die Sammlung umfasst weltweit begehrte Ausstellungsstücke.

Mit jährlich rund 25'000 Besuchern zählt das Museum darüber hinaus zu den Anziehungspunkten des Bodenseegebietes. Regelmässige Sonderausstellungen beschäftigen sich mit Facetten der napoleonischen Geschichte am Bodensee. Der umliegende Landschaftspark ist frei zugänglich. In der «Arenenberger Gartenwelt» können Besucher eine Gartenzeitreise en miniature erleben. Der Museumsshop besitzt den Charme einer Boutique und bietet vielfältige regional- und landestypische Produkte an.

Aufgrund seiner Lage am internationalen Bodensee und seiner Geschichte versteht sich das Napoleonmuseum Arenenberg als Mittler zwischen den Staaten. Frankreich, die Schweiz, Deutschland, Italien, England, Polen, die USA: Es gibt praktisch keine Nation, zu der die Familie Bonaparte von Schloss Arenenberg aus nicht in Verbindung stand. Dieser Tradition folgend unterhält das Napoleonmuseum umfangreiche internationale Kontakte.

 

Der Arenenberg in Kürze:

Der Arenenberg verbindet auf einzigartige Weise Landwirtschaft, Genuss, Kultur und Bildung. Er beherbergt nebst dem Napoleonmuseum mit Schloss und Park Beratungs- und Dienstleistungszentrum für Landwirtschaft und ländliche Hauswirtschaft des Kantons Thurgau und das schweizerische Kompetenzzentrum für Musikinstrumentenbau, außerdem ein Hotel und Gastronomie.