Napoleonmuseum Thurgau, Basispressetext
10.04.2019, 9.763 Zeichen, 10 Bilder

Grüne Zeitreise rund ums Schweizer Napoleonschloss

Die Arenenberger Gartenwelt am Schweizer Bodensee

 Rund um das schönste Schloss am Bodensee liegt die Arenenberger Gartenwelt, die zum thurgauischen Salenstein gehört. Bei einem Rundgang durch die historischen Gärten und die Schulgärten können Besucher eine Zeitreise in verschiedene Gartenepochen unternehmen. Neben einem mittelalterlichen Patriziergarten und einem Englischen Landschaftspark mit Elementen aus Barock und Renaissance stehen hier auch Felder und Gärten offen, auf denen beispielsweise moderner Kräuter- oder Gemüseanbau gelehrt wird. Auf der kompletten Anlage traumhaft: der romantische Blick auf den westlichen Teil des Bodensees. Wer Lust hat, erweitert seinen Rundgang mit einer Schifffahrt über den Untersee – schon immer ein Teil der Gartenwelt.

Die Ursprünge der Arenenberger Gärten liegen im Mittelalter
Schriftstücke belegen bereits um 1400 einen mittelalterlichen Lust- und Weingarten auf dem Arenenberg. Der Nachbau eines Patriziergartens verweist auf die gärtnerischen Wurzeln der Anlage und erinnert an die Zeit, zu der der Ort noch Narrenberg hiess und an Stelle des Schlosses ein (landwirtschaftliches) Gut stand. Der Mittelaltergarten mit Rasenbänken, einem Brunnen und unzähligen Duft- und Nutzpflanzen ist die einzige Rekonstruktion dieser Art in der Schweiz, Österreich und in Süddeutschland. Gärten wie dieser waren im ausgehenden Mittelalter ein Statussymbol des Adels und des gehobenen Bürgertums. Sie dienten der Erbauung, aber auch für geheime Treffen.

Der Landschaftspark – das Erbe von Gartenfürst Pückler
Vor rund 200 Jahren verliebte sich eine Königin in den Arenenberg – und machte ihn zu dem Ort, der er heute ist. Die Stieftochter Napoleons, Hortense de Beauharnais, zog sich 1817 mit ihrem Sohn hierhin ins Exil zurück, nachdem sie aus Paris verbannt worden war. Der kleine Louis Napoléon wurde später Kaiser Napoleon III. – der letzte Kaiser der Franzosen verbrachte seine Kindheit und Jugend also am Bodensee. Als Hortense Schloss Arenenberg bezog, gestaltete sie nicht nur die Salons des Hauses neu. Auf einem etwas unterhalb des Schlosses gelegenen Plateau entstand unter ihrer Aufsicht ein Landschaftspark. Ein Spaziergang auf zart geschwungenen Pfaden eröffnet immer wieder neue Sichtachsen. Bei der Planung war auch Gartenfürst Hermann von Pückler-Muskau involviert. Viele seiner Ideen entfalten sich erst jetzt in ihrer ganzen Pracht. Bis vor 10 Jahren noch waren grosse Teile der Anlage überwuchert und verschüttet. Bei einer aufwändigen Freilegung fand man unter anderem die Wände einer Grotte aus Tuffstein, Fundamente einer ehemaligen Eremitage sowie die komplett erhaltene grosse Brunnenschale, die sich unter einem Blätter- und Erdberg über ein ganzes Jahrhundert erhalten hatte.

Der Landschaftspark pflegt eine alte Gartentradition und bekommt ausserdem stetig Zuwachs: 2016 wurde im Park ein Hortensien-Weg angelegt. Er erinnert daran, dass Hortensien die Lieblingspflanzen der gartenaffinen Königin waren. Keine geringere als Kaiserin Joséphine, meinte, die Blume wäre nach Königin Hortense benannt worden.

Die Aussichtsterrasse – einer der schönsten Orte am Bodensee
Wo einst die Königin Feste feierte, können Gäste heute den Sonnenuntergang über dem Untersee geniessen. Die Aussichtsterrasse vor dem Schloss Arenenberg ist nach Westen ausgerichtet und bietet einen der romantischsten Ausblicke am ganzen Bodensee. Hier finden Hochzeiten und Empfänge statt, täglich werden hier hunderte Fotos geschossen. Der Blick der Besucher schweift über die Arenenberger Rebberge auf die Buchten von Ermatingen und Mannenbach, zur UNESCO-Welterbe-Insel Reichenau und zu den Vulkanschloten des Hegaus. Als die Terrasse angelegt wurde, spielte man mit der Wahrnehmung des Betrachters. Gehört der Bodensee etwa mit zum Park? Grenzen sind keine zu sehen… Dieser Blick macht die Arenenberger Gartenwelt auch zu einem der Aussichts- und Fotopunkte der Grand Tour of Switzerland, der Route, die panoramareich durch die ganze Schweiz führt.

Die Schulgärten
Louis Napoléon heiratete 1853 die spanische Gräfin Eugénie de Montijo. Diese schenkte den Arenenberg 1906 dem Kanton Thurgau, verbunden mit zwei Auflagen: Sowohl ein Museum als auch eine Schule sollten auf dem Gelände entstehen. In dieser Tradition gibt das Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg (BBA) heute grünes Wissen an den landwirtschaftlichen Nachwuchs des Kantons weiter. Hühnerstall und Bienenhaus, Baum- und Sortengarten zeigen die vielen Facetten der Landwirtschaft und der Gartenkulturen. Im Sortengarten werden alle wichtigen Acker- und Futterbaukulturen angebaut. So können die Lernenden deren Wachstumsentwicklung sowie die notwendigen Pflegemassnahmen direkt vor dem Klassenzimmer nachvollziehen. Auf Übungsfeldern wird z.B. der Ertrag verschiedener Erdbeersorten von Schülern untersucht und in Freizeitkursen wird altes Kulturhandwerk wie Handmähen mit der Sense vermittelt.

Die Arenenberger Gartenwelt – eine grüne Partnerschaft seit 2016
2016 haben sich die Schulgärten des BBA und die historischen Gärten des Schlosses zu einem kulturtouristischen Gesamterlebnis zusammengeschlossen. Unter dem Namen Arenenberger Gartenwelt steht seither die gesamte Aussenanlage den Besuchern offen. Ein Rundweg führt durch die verschiedenen Gärten, auf Führungen mit Themenschwerpunkten können Gäste den gesamten grünen Arenenberg entdecken. Der Besuch des Schlosses lässt sich mit einem ausgedehnten Gartenspaziergang und einer Pause im Bistro Louis Napoléon nun perfekt für einen Tagesausflug nutzen. Auch eine Rundfahrt auf dem Untersee gehört eigentlich dazu und lässt sich problemlos einbauen. Kombiticket im Shop erhältlich. Mehr Erlebnisangebote, neue Übersichtskarten auf dem Gelände und auch öffentliche Kursangebote des BBA rund ums Thema Gärtnern und Garten machen den Arenenberg noch attraktiver. Ein zur Eröffnung der Gartenwelt herausgegebener Gartenführer (kostenfrei, handliches A5-Querformat, erhältlich im Museumsshop) begleitet die Besucher bei der Erkundung des Arenenbergs.

Die Arenenberger Gartenwelt ist Mitglied im Verein Bodenseegärten, dessen Sitz sich auch auf dem Arenenberg befindet. Der neue Europa-Gartenführer von Kümmerly+Frey zählt den Arenenberger Schlosspark außerdem zu den „130 charmantesten, prachtvollsten und aussergewöhnlichsten Gärten und Parks in Europa“.

Kontakt und Adresse: Napoleonmuseum Thurgau, Schloss und Park Arenenberg, CH-8268 Salenstein, Telefon: + 41 (0)58 345 74 10, www.napoleonmuseum.ch, napoleonmuseum@tg.ch

Die Arenenberger Gartenwelt ist ein gemeinsames Projekt von:

Napoleonmuseum Thurgau
Schloss und Park Arenenberg
CH-8268 Salenstein
Telefon: + 41 (0)58 345 74 10
www.napoleonmuseum.ch, napoleonmuseum@tg.ch


Bildungs- und Beratungszentrum
Arenenberg
CH-8268 Salenstein
Telefon: + 41 (0)71 663 33 33
www.arenenberg.ch, info@arenenberg.ch
 

SERVICE

Arenenberger Höhepunkte 2019

12. April – 13. Okt.: Sonderausstellung „Vernäht! Mode & Gärten – ein Wechselspiel vom Mittelalter bis zur Belle Epoque“

26. Mai Arenenbergertag

14. Juni Serenadenkonzert der Stiftung Napoleon III. im Schloss

22. Juni Fête de la Musique auf dem Arenenberg

24. / 25. August Kaiserliches Wein- und Gartenfest auf dem Arenenberg

24. Nov. – 22. Dez. „Noêl, Noêl“, Vorweihnachtszeit auf dem Arenenberg

Sonderausstellung: «Vernäht! Mode & Gärten – ein Wechselspiel vom Mittelalter bis zur Belle Epoque» // 12. April bis 13. Oktober 2019 
Die neue Sonderausstellung im Thurgauer Napoleonmuseum bietet eine Zeitreise durch die Modewelt und Gartenstile der vergangenen 600 Jahre. Präsentiert werden 22 kostbare Kleider, die die Pariser Kostümhistorikerin Nathalie Harran eigens für die Schau auf dem Arenenberg kreiert hat. Mithilfe von Accessoires oder bestimmten Details nimmt jedes Kostüm Bezug auf die Geschichte des Gartenbaus. Der Arenenberg und seine zeitlich übergreifend innovativen Gärten spielen dabei natürlich eine zentrale Rolle. Die neue Sonderausstellung «Vernäht! Mode & Gärten – ein Wechselspiel vom Mittelalter bis zur Belle Epoque» kann grösstenteils individuell besichtigt werden. Einen vollen Überblick erhalten Besucher während einer der regelmässig angebotenen Führungen.

 

«Noêl, Noêl», Vorweihnachtszeit auf dem Arenenberg // 24. November – 22. Dezember 2019:
So festlich, so romantisch und so kaiserlich wie auf dem Arenenberg ist die Vorweihnachtszeit nirgendwo am westlichen Bodensee. Traditionell widmet sich das Napoleonmuseum im Schloss zum Advent der guten alten Zeit. Glanzstück im Mittelpunkt: Die eigens für das Museum gebaute Hauskrippe. Mit südfranzösischen Heiligenfiguren bestückt, erzählt sie viele Geschichten, die bei Laternenführungen lebendig werden. Im Stil der französischen Santons-Krippen gebaut, steckt ihr Reiz in ihrer Individualität. Beim genaueren Hinsehen entdecken die Besucher, dass Jesu Geburt vor ein Bodensee-Panorama verlegt wurde. Auch das Schloss selbst und sein Garten sind inzwischen ein heißer vorweihnachtlicher Tipp: Denn hier gibt es den feinsten Glühwein weit und breit!


Nutzungsbedingungen

Unterer Landschaftspark mit grosser Fontäne

In der Mitte der mit acht Metern Durchmesser beeindruckend grossen Brunnenschale schiesst eine Fontäne bis zu zwölf Meter hoch.
Bildnachweis: Arenenberger Gartenwelt
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Wissen wird beim Gärtnern vermittelt

Heute ist das BBA nicht nur Ausbildungsort für Landwirte und Bäuerinnen, sondern auch Kompetenzzentrum und Think Tank für die Thurgauer Landwirtschaft.
Bildnachweis: Arenenberger Gartenwelt
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Aussichtsterrasse mit Blick über den See

Die ehrwürdige Rosskastanie, deren Äste weit über die Terrasse hinausragen, ist bereits von Königin Hortense gepflanzt worden.
Bildnachweis: Napoleonmuseum Thurgau
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Schulgarten auf dem Arenenberg

Im Jahr 1906 schenkte Kaiserin Eugénie den Landsitz Arenenberg dem Kanton Thurgau, der hier schon damals eine Landwirtschaftsschule errichtete.
Bildnachweis: Arenenberger Gartenwelt
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Pavillon der Königin Hortense

Der Zeltpavillon war einer der Lieblingsplätze von Königin Hortense, diente aber auch als Veranstaltungsort für Einladungen und kleinere Gartenfeste.
Bildnachweis: Arenenberger Gartenwelt
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Gartenführung mit Daniel Brogle

Daniel Brogle ist Leiter der Versuchs- und Schulgärtnerei des BBA und für die Weiterentwicklung und Pflege der Parkanlagen zuständig.
Bildnachweis: Arenenberger Gartenwelt
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Stauden-und Sonnenblumenbeete zeigen klassische Bauerngartenpflanzen

Der Aussenbereich der Gärtnerei ist unterteilt in Gemüsegarten, Beerengarten, Kräutergarten sowie Schnittblumen- und Wechselflorbereiche.
Bildnachweis: Arenenberger Gartenwelt
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Sortengarten als Openair-Schulzimmer für angehende Landwirte

Zu Schulzwecken werden hier für den Kanton Thurgau relevante Ackerkulturen wie Mais, Weizen und Gerste kultiviert.
Bildnachweis: Arenenberger Gartenwelt
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Übersichtsplan der Arenenberger Gartenwelt

Bildnachweis: Arenenberger Gartenwelt
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Napoleonschloss mit Seeblick

Das heutige Schloss wurde Anfang des 16. Jahrhunderts gebaut.
Bildnachweis: Arenenberger Gartenwelt
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