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Macht, Gleichheit und Napoleon III.: Peter Sloterdijk kommt auf den Lilienberg
Seit Juli verantwortet Christoph Lanter als neuer Intendant den Programmbereich «Denken» der Stiftung LILIENBERG Unternehmerforum. Das angelaufene Veranstaltungsprogramm setzt auf ein breites Themenspektrum und unterschiedliche Formate. Höhepunkt im Herbst ist ein Gespräch mit dem Philosophen Peter Sloterdijk am 8. November. Mit ihm geht es um Macht, Gleichheit, Napoleon III. und die Widerstandskraft von Demokratien. Live-Podcasts, Frühstückstalks und Workshops und die Lilienberg Gespräche ergänzen das Programm. www.lilienberg.ch/events
Mit Peter Sloterdijk vom Arenenberg in die Gegenwart
Nur einen Kilometer vom Lilienberg entfernt wuchs mit Louis-Napoléon der letzte französische Kaiser Napoleon III. auf dem Arenenberg auf. Diese Nachbarschaft wird am 8. November zum Ausgangspunkt eines Gesprächs mit Peter Sloterdijk über Macht, Charisma und politische Inszenierung, über Gleichheit und Demokratie. Erst im Frühjahr 2026 ist sein Buch «Der Fürst und seine Erben» erschienen. Sloterdijk schlägt darin einen Bogen vom Regierungsstil Napoleons III. zur Präsidentschaft Donald Trumps. Das Lilienberg Gespräch führt Publizist, Autor und Philosoph René Scheu. Es beginnt um 18.30 Uhr und im Anschluss lädt ein Apéro Riche zum weiteren Austausch ein.
Breiteres Themenspektrum, unterschiedliche Formate
Christoph Lanter baut auf der bisherigen Arbeit des Unternehmerforums auf und erweitert zugleich Themenspektrum und Formate. Impulsreferate gehen in moderierte Gespräche über, Publikumsfragen gehören fest dazu. Kürzere Formate am Morgen oder über Mittag ergänzen die Abendveranstaltungen. Ziel ist es, mit den Veranstaltungen künftig unterschiedliche Generationen und Interessensgruppen anzusprechen und den Lilienberg als lebendigen Ort der Begegnung, neuer Perspektiven und des gesellschaftlichen Dialogs weiterzuentwickeln.
Inspirierende Persönlichkeiten, spannende Lebenswege
Erste neue Formate wie der Frühstückstalk und der Live-Podcast sind bereits angelaufen. Und auch das kommende Programm zeigt eine beachtliche Spannweite: Am 24. November spricht Thierry Kneissler, Mitgründer und ehemaliger CEO von TWINT, über seinen Lebensweg, prägende Entscheidungen, Erfolge und Rückschläge. Am 7. Dezember folgt die Astrologin Monica Kissling. Im Februar 2027 ist der Fotograf und Filmemacher Alberto Venzago zu Gast und blickt im Gespräch auf ein Berufsleben zwischen Kriegsreportage, Porträtfotografie und Film zurück.
Weitere Informationen und Tickets: www.lilienberg.ch/events
Kommende Veranstaltungen auf dem Lilienberg
8. November 2026
Lilienberg Gespräch
Peter Sloterdijk: «Macht, Gleichheit und Napoleon III.»
Was kann uns Napoleon III. über Macht, politische Inszenierung und unsere Gegenwart erzählen? Nur einen Kilometer vom Lilienberg entfernt wuchs Louis-Napoléon auf dem Arenenberg auf. Peter Sloterdijk nimmt ihn zum Ausgangspunkt für ein Gespräch über Charisma und Herrschaft, über Gleichheit und Demokratie und über die Frage, weshalb starke politische Figuren bis heute eine so grosse Faszination entfalten. Dabei führt der Bogen von Napoleon III. bis zu Donald Trump und zur Frage, wie widerstandsfähig unsere Demokratien sind.
Eintreffen ab 18 Uhr; Gespräch von 18:30-20 Uhr
https://www.lilienberg.ch/events/peter-sloterdijk-im-lilienberg/
24. November 2026
Live-Podcast
«Persönlich nachgefragt» bei Thierry Kneissler
Thierry Kneissler ist Mitgründer und ehemaliger CEO von TWINT. Heute ist er unter anderem Verwaltungsratspräsident von Hotelcard, Verwaltungsrat der Swiss Stablecoin AG sowie Strategieberater und Dozent. Im Gespräch lernen wir den Menschen hinter dem TWINT-Erfolg kennen: Thierry Kneissler spricht über seinen Lebensweg, prägende Entscheidungen, Erfolge, Rückschläge und persönliche Erkenntnisse.
Eintreffen ab 18 Uhr; Gespräch ab 18:30 Uhr
https://www.lilienberg.ch/events/live-podcast-persoenlich-nachgefragt-bei-thierry-kneissler/
3. Dezember 2026
Tagesworkshop
Roland Siegenthaler: «Doppelter Output in der halben Zeit»
Viele Menschen verbringen wöchentlich 10 bis 30 Stunden in Meetings. Das Ziel wäre eigentlich, schnell einen Task zu koordinieren, eine Idee für den Kundenevent zu brainstormen oder ein Problem zu klären. Doch schnell geht dabei meist gar nichts: Kostbare Meetingzeit wird verschwendet, weil viele ihre Gedanken nicht auf den Punkt bringen. Weitere Stunden kommen wegen Missverständnissen hinzu. Im Workshop geht es darum, wie man mit einfachen Skizzen und Storytelling eine Idee auf den Punkt bringen, Missverständnisse mit einer einfachen Handskizze aus dem Weg räumen oder einen Konflikt klären kann.
https://www.lilienberg.ch/events/tagesworkshop-doppelter-output-in-der-halben-zeit/
7. Dezember 2026
Live-Podcast
«Persönlich nachgefragt» bei Monica Kissling alias Madame Etoile
Monica Kissling (alias Madame Etoile) gehört zu den bekanntesten Astrologinnen der Schweiz. Im persönlichen Gespräch erzählt sie von ihrem Weg zur Astrologie, von prägenden Erfahrungen und davon, wie sich ihre Sicht auf Menschen und gesellschaftliche Entwicklungen über die Jahre verändert hat. Gemeinsam wird der Blick auf 2027 gerichtet: Welche Themen könnten das neue Jahr prägen? Was bedeutet astrologische Zeitqualität konkret? Und welche Orientierung kann Astrologie geben, ohne ihre Grenzen aus dem Blick zu verlieren?
Eintreffen ab 18 Uhr; Gespräch ab 18:30 Uhr
https://www.lilienberg.ch/events/persoenlich-nachgefragt-monica-kissling/
13. Januar 2027
Impuls und Frühstückstalk
Miriam Mayer: «Das neue Jahr beginnt zwischen den Zeilen»
Miriam Mayer ist Expertin für Mimik und Körpersprache und Gründerin von StilleSprache. Sie trainiert Einzelpersonen sowie Teams darin, Menschen und deren Emotionen präzise wahrzunehmen, nonverbale Signale im jeweiligen Kontext zu verstehen und ihnen situationsgerecht zu begegnen. Beim Frühstückstalk richtet sie den Blick auf zentrale Bereiche der emotionalen Intelligenz: Empathie, Menschenkenntnis und Wirkungskompetenz. Nicht mit komplizierten Methoden oder langen Theorien, sondern anhand einer Geschichte, überraschenden Erkenntnissen und kleinen Wissens-Snacks rund um Mimik und Körpersprache.
Eintreffen ab 6:45 Uhr, Beginn um 7:15 Uhr
https://www.lilienberg.ch/events/fruehstueckstalk-im-neuen-jahr-mit-miriam-mayer/
16. Februar 2027
Live-Podcast
«Persönlich nachgefragt» bei Alberto Venzago
Alberto Venzago zählt zu den bekanntesten Fotografen und Filmemachern der Schweiz. Er dokumentierte Kriege und gesellschaftliche Abgründe, erhielt Einblick in die Welt der japanischen Mafia und porträtierte Persönlichkeiten wie Mick Jagger, Andy Warhol und Tina Turner. Seine Arbeiten wurden international veröffentlicht und ausgezeichnet. Im persönlichen Gespräch blickt Alberto Venzago auf seine «sieben Katzenleben» zurück: auf Zufälle, Grenzerfahrungen, aussergewöhnliche Begegnungen und Bilder, die seinen Weg geprägt haben. Im Mittelpunkt steht auch sein aktuelles Langzeitprojekt «Gauguin revisited». Seit mehreren Jahren folgt Venzago den Spuren Paul Gauguins in Polynesien und sucht nach den Nachkommen jener Frauen, die dem Künstler Modell standen.
Eintreffen ab 18 Uhr; Gespräch ab 18:30 Uhr bis 20 Uhr
https://www.lilienberg.ch/events/alberto-venzago/
Weitere Informationen zum Lilienberg
Gründung und Gründer
Der Unternehmer und Erfinder Walter Reist verstand Unternehmertum nicht allein als wirtschaftliches Handeln. Für ihn gehörten gesellschaftliche Verantwortung, politische Zusammenhänge und die Frage nach der eigenen Haltung untrennbar dazu. Gemeinsam mit seiner Frau Lotti Reist-Gerber suchte er deshalb nach einem Ort, an dem Führungspersönlichkeiten und Menschen, die „ins Tun kommen wollen“, miteinander und mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Kultur ins Gespräch kommen können. 1985 fanden Walter und Lotti Reist diesen Ort auf dem Lilienberg. Der historische Landsitz oberhalb von Ermatingen stand damals vor dem Verkauf. Nach einem Besuch wurde der Erwerb kurzerhand per Handschlag besiegelt. Noch im selben Jahr gründete das Ehepaar die Stiftung LILIENBERG Unternehmerforum, 1989 wurde die erste Etappe des neuen Forums eröffnet. Bis heute verfolgt die Stiftung das Ziel, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven ins Gespräch zu bringen und Räume für konstruktiven Dialog, Weiterbildung und kulturellen Austausch zu schaffen. Es geht darum, Impulse für Entwicklung zu setzen – für die Gesellschaft und für jeden Einzelnen.
Die Stiftung LILIENBERG Unternehmerforum heute
Die Stiftung Lilienberg Unternehmerforum versteht sich im Sinne ihrer Gründer als Plattform für Austausch über wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Fragen. Sie bringt Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Blickwinkeln zusammen und schafft Raum für Gespräche, die aktuelle Entwicklungen aufgreifen, Zusammenhänge beleuchten und zum Weiterdenken anregen. Zu den Aktivitäten gehören Gespräche, Talks und Referate mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Einen ebenso festen Platz nimmt die Kultur ein: Konzerte und musikalische Rezitale bringen etablierte Kunstschaffende ebenso wie junge Talente auf den Lilienberg und öffnen den Ort für ein kulturinteressiertes Publikum. Verschiedene Mitgliedschaftsformate ermöglichen Menschen, den Lilienberg regelmässig zu erleben und den Austausch mitzutragen.
Die Geschichte des Anwesens Lilienberg
Gräfin Caroline von Waldau erwarb 1837 das Gelände «Breitegut» in Ermatingen, auf dem ein Landwirtschaftsbetrieb stand. 1838/39 liess sie den Bauernhof abreissen und errichtete die «Villa Lilienberg» (später «Villa Zappi»), ausserdem ein Ökonomiegebäude mit Remise und Stallungen. Etwa zu der Zeit liess sie auch einen Park anlegen. 1848 kam der Lilienberg in den Besitz der Betty von Mainau, geborene Freiin Elisabeth von Mumb. Sie lebte hier mit ihrer Tochter Nathalie – dem höchstwahrscheinlich ausserehelich gezeugten Kind von Betty und Louis Napoléon, dem späteren Kaiser Napoleon III. Er lebte mit seiner Mutter seit 1817 auf dem benachbarten Arenenberg. Betty heiratete insgesamt drei Mal und baute Anwesen und Park nach und nach aus. In den 1950er- und 1960er-Jahren gehörte der Lilienberg dem Winterthurer Kunstsammler Oskar Reinhart. Gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Fredy Klauser liess er den Park weitergestalten. Pavillon, Brunnen und Skulpturen gehörten zum damaligen Konzept; für diese Zeit sind unter anderem Arbeiten des Schweizer Bildhauers Hermann Haller dokumentiert. 1985 dann übernahmen die Eheleute Walter und Lotti Reist den Lilienberg und formten ihn zusammen mit dem renommierten Architektenpaar Esther und Rudolf Guyer und auch wieder Fredy Klauser als Gartenplaner um. , 1996 kam das Gebäude Lindeguet dazu, in dem sich das Museum und Büros der Stiftung sowie exklusiv ausgestattete Suiten befinden. Der jüngste Neubau ist der markante Rundbau des Lilienberg Zentrums, der der Anlage im Jahr 2000 hinzugefügt wurde.