Napoleonmuseum Arenenberg mit neuer Gartenführung

Wo Geschichte wächst: Neue Baumwanderung im Arenenberger Schlosspark

Mächtige Baumriesen, botanische Kostbarkeiten und grüne Zeitzeugen: Der über dem westlichen Bodensee thronende Landschaftspark von Schloss Arenenberg steckt voller besonderer Bäume – und fast jeder von ihnen erzählt eine Geschichte. Eine Trauerweide hütet mit ihren herabhängenden Zweigen den Grabstein für Napoleon I., ein Virginischer Wacholder führt zu einem Verwandten George Washingtons und drei ehrwürdige Buchen tragen den Fingerabdruck des «Grünen Fürsten» Hermann von Pückler-Muskau. Die neue, rund einstündige Baumwanderung «Wo Geschichte wächst» des Napoleonmuseums Arenenberg lädt dazu ein, die grünen Riesen auf dem Arenenberg zu entdecken.

«Wie ein Baum habe ich am Bodensee meine Wurzeln», beschrieb Kaiser Napoleon III. seine enge Beziehung zur Region. Seine Begeisterung für Gärten und Bäume lag in der Familie: Seine Mutter, Königin Hortense, hatte das Schlossgut 1817 erworben, die Anlage nach französischen Vorbildern neu gestaltet und eine eigene Gärtnerei mit Treibhäusern einrichten lassen. Ihr Sohn – damals noch Prinz Louis Napoléon – begeisterte sich ebenfalls für Gartenbau und übernahm ab den 1830er Jahren zunehmend selbst die Gestaltung des Landschaftsparks. In dieser Zeit wirkte auch Hermann von Pückler-Muskau am Arenenberg. Der als «Grüner Fürst» bekannte Gartenkünstler prägte die Anlage mit seinen Ideen und stand mit dem späteren Kaiser zeitlebens in Verbindung. Seine Spuren lassen sich bei der Baumwanderung entdecken: Drei rund 200 Jahre alte, nah beeinander stehende Buchen tragen seinen Fingerabdruck. Solche Bündelpflanzungen setzte Pückler gezielt ein, um Bäume noch prachtvoller erscheinen zu lassen. Von Baum zu Baum öffnen sich weitere Kapitel der Arenenberger Gartengeschichte. Auf der «Grossen Promenade» wächst ein rund 200 Jahre alter Tulpenbaum; Exemplare derselben Art wurden zeitgleich auf der Mainau und in Schloss Salem gepflanzt. An die freundschaftliche Verbindung zur Mainau erinnert ausserdem ein junger Küstenmammutbaum, den Bettina Gräfin Bernadotte 2022 auf dem Arenenberg pflanzte. Ein alter Virginischer Wacholder kam höchstwahrscheinlich durch Freiherr Jakob von Washington hierher, einem Verwandten des ersten US-Präsidenten. Er und Königin Hortense tauschten gerne Pflanzen aus. Auch Napoleon I. begegnet Besucherinnen und Besuchern auf ihrem Weg: Königin Hortense liess im Park eine Kopie seines Grabes auf St. Helena anlegen, über der im 19. Jahrhundert eine Echte Trauerweide wuchs. Beides verschwand im Laufe der Zeit. 2021 pflanzte das Museum anlässlich des 200. Todestags Napoleons I. wieder eine Weide derselben Art.

So führt die rund 60-minütige Baumwanderung durch die Arenenberger Gartenwelt, zu botanischen Besonderheiten und historischen Persönlichkeiten. Von Baum zu Baum öffnet sich dabei ein grünes Geschichtsbuch, das von der kaiserlichen Familie, ihren Weggefährten und ihren Verbindungen erzählt.

Weitere Informationen: https://napoleonmuseum.tg.ch

 

SERVICETEIL

Baumwanderung: Wo Geschichte wächst – Die besonderen Bäume im Arenenberger Gartenreich

Dauer: ca. 60 Minuten
Kosten: 180.- CHF
Bis 20 Personen

Hinweis: Die Führung ist nicht barrierefrei.

Öffnungszeiten Napoleonmuseum Arenenberg
April bis September: täglich 10 bis 17 Uhr, letzter Eintritt 16:30 Uhr
Oktober bis März: Di bis So: 10 bis 17 Uhr
Tel + 41 58 34 574 10, napoleonmuseum@tg.ch  

Preise
Pro erw. Person: CHF 15.–
Kinder und Jugendliche (6 bis 16 Jahre): CHF 5.–
Familienkarte (2 Erwachsene und 2 Kinder/Jugendliche): CHF 32.–
Jahreskarte Erwachsene: CHF 35.–

Kontakt Arenenberg
Arenenberg 1
CH-8268 Salenstein
www.arenenberg.ch | https://napoleonmuseum.tg.ch

 

Das Napoleonmuseum Arenenberg in Kürze:
Das seit 1855 zu besichtigende Napoleonmuseum Arenenberg ist das einzige deutschsprachige Museum zur napoleonischen Geschichte. Sein Forschungsgebiet reicht von der französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg. Zu diesem Zweck unterhält das Haus wertvolle Sammlungen verschiedener Genres sowie ein umfangreiches Archiv. Seine ca. 35'000 Bände umfassende Forschungsbibliothek wird laufend erweitert. Seit einigen Jahren unterzieht sich das Napoleonmuseum einem Wandel. Zusätzliche Räume des ehemaligen Schlossguts Arenenberg erlauben es zukünftig, aus dem bestehenden Haus ein modernes Institut zur Erforschung, Bewahrung und Präsentation der napoleonischen Geschichte zu entwickeln. Die Sammlung umfasst weltweit begehrte Ausstellungsstücke.
Mit jährlich rund 25'000 Besuchern zählt das Museum darüber hinaus zu den Anziehungspunkten des Bodenseegebietes. Regelmässige Sonderausstellungen beschäftigen sich mit Facetten der napoleonischen Geschichte am Bodensee. Der umliegende Landschaftspark ist frei zugänglich. In der «Arenenberger Gartenwelt» können Besucher eine Gartenzeitreise en miniature erleben. Der Museumsshop besitzt den Charme einer Boutique und bietet vielfältige regional- und landestypische Produkte an.
Aufgrund seiner Lage am internationalen Bodensee und seiner Geschichte versteht sich das Napoleonmuseum Arenenberg als Mittler zwischen den Staaten. Frankreich, die Schweiz, Deutschland, Italien, England, Polen, die USA: Es gibt praktisch keine Nation, zu der die Familie Bonaparte von Schloss Arenenberg aus nicht in Verbindung stand. Dieser Tradition folgend unterhält das Napoleonmuseum umfangreiche internationale Kontakte.

Der Arenenberg in Kürze:
Der Arenenberg verbindet auf einzigartige Weise Landwirtschaft, Genuss, Kultur und Bildung. Er beherbergt nebst dem Napoleonmuseum mit Schloss und Park Beratungs- und Dienstleistungszentrum für Landwirtschaft und ländliche Hauswirtschaft des Kantons Thurgau und das schweizerische Kompetenzzentrum für Musikinstrumentenbau, ausserdem ein Hotel und Gastronomie.