Napoleonmuseum zeigt, «was der Kaiser noch sah»
Das Napoleonmuseum Arenenberg zeigt in der Ausstellung «Was der Kaiser noch sah» vom 20. März bis 20. September 2026 an den Wänden des Cinémas und auf digitalen Displays über 500 historische Fotografien, die in der Zeit von 1860 bis ca. 1906 auf dem Arenenberg, in Konstanz und der Bodenseeregion entstanden sind. Sie spüren den umfassenden Veränderungen nach, mit denen die Menschen damals auch aufgrund der rasanten technischen Entwicklung konfrontiert waren. Gleichzeitig bringen sie den heutigen Betrachter zum Staunen, denn der Unterschied zur Jetzt-Zeit könnte oftmals kaum grösser sein.
Im Jahr 1865 reiste der französische Kaiser Napoleon III. zusammen mit seiner Frau Kaiserin Eugénie nach langer Zeit noch einmal an den Bodensee. Hier fühlte er sich zuhause: Am Thurgauer Bodenseeufer und in Konstanz hatte er grosse Teile seines Lebens als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener verbracht. Der technische Fortschritt hatte das Gesicht der Region in den letzten Jahrzehnten verändert und der technikvernarrte Monarch reiste über die erst vor Kurzem fertiggestellten Eisenbahnverbindung an – mit Ausstieg in Konstanz. Von hier brachte ihn eine Kutsche auf seinen geliebten Arenenberg.
Junges Verfahren der Fotografie dokumentiert erstmals ganze Städte
Eine junge Innovation war in dieser Zeit auch das Verfahren der Fotografie. Zuvor lag die Abbildung städtebaulicher Situationen in den Händen heimischer Genremaler wie etwa dem Konstanzer Nikolaus Hug, der auch Zeichenlehrer des späteren Kaisers gewesen war. Sie variierten in ihren Zeichnungen und Gravuren immer wieder ähnliche, dekorativ wirkende Motive. Erst mit dem Aufkommen der Fotografie entstehen umfassende städtebauliche und landschaftliche Dokumentationen, die ein verlässliches Bild darüber vermitteln, «was der Kaiser noch sah», als er ein letztes Mal in die Region reiste.
Die gezeigten Bilder folgen den Stationen des Kaiserpaars
Die Ausstellung spürt den Veränderungen am See der vergangenen 160 Jahre nach. Mehr als 400 detailliert beschriebene historische Bilder zeigen die Stationen, die der Kaiser und seine Frau während ihres Aufenthaltes, gut dokumentiert durch Augenzeugenberichte, ansteuerten bzw. passierten. Für ein zeitgemässes Ausstellungserlebnis arbeitet die Szenografie auf zwei Ebenen: Etwa 100 Fotos an den Wänden des Ausstellungsraumes bieten die Möglichkeit zu einem Überblick. Unter dem Stichwort "Einst und Jetzt" werden Veränderungen der Lebenswelt beispielhaft anhand aktueller Vergleichsbilder nachvollzogen. Für tiefer Interessierte stehen fünf digitale Displays mit Bildschirmen bereit. Augenzeugenberichte und rund 250 Fotos können hier durchgeblättert werden. Die Bilder sind nach chronologischen Gesichtspunkten geordnet und mit ausführlichen Begleittexten versehen. Neun einzelne Kapitel sowie ein Vor- und Abspann, erleichtern die Bewegung auf der bilderbuchartigen Plattform.
Schwarmwissen gefragt!
Anreize zum Mitmachen bietet demnächst ein sechster Bildschirm. Auf ihm wird eine noch nie gezeigte private Kollektion von weiteren ca. 250 Fotos zu sehen sein, die das Napoleonmuseum während der Vorbereitung zur Ausstellung geschenkt bekam. Bei der Lokalisierung der Motive tappen die Ausstellungsmacher oft im Dunkeln. Hier heisst es: «Schwarmwissen gefragt!». Die Museumsleitung bittet die Besucherinnen und Besucher um Mithilfe. Eventuell können sie einen wertvollen Beitrag dazu leisten, Orte und abgebildete Personen auf den Bildern zu identifizieren.
Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Konstanz statt. Es hütet mit der Sammlung der Hofphotographen Wolf einen ungeheuren Schatz über die Entwicklung und Veränderung rings um den See. Ca. 70 Prozent der gezeigten Bilder stammen aus diesem Fundus und können dank der Großzügigkeit des Stadtarchivs in grosser Fülle gezeigt werden.
Weitere Aufnahmen wurden dem Napoleonmuseum von privaten Leihgebern und Donatoren zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen: https://napoleonmuseum.tg.ch
SERVICETEIL
Ausstellung im Napoleonmuseum Arenenberg
«Was der Kaiser noch sah»
Arenenberg, Konstanz, der Thurgau und der Bodensee in historischen Fotografien
20. März bis 20. September 2026
Öffnungszeiten
April bis September: täglich 10 bis 17 Uhr, letzter Eintritt 16:30 Uhr
Oktober bis März: Di bis So: 10 bis 17 Uhr
Tel + 41 58 34 574 10, napoleonmuseum@tg.ch
Preise
Pro erw. Person: CHF 15.–
Kinder und Jugendliche (6 bis 16 Jahre): CHF 5.–
Familienkarte (2 Erwachsene und 2 Kinder/Jugendliche): CHF 32.–
Jahreskarte Erwachsene: CHF 35.–
Kontakt Arenenberg
Arenenberg 1
CH-8268 Salenstein
www.arenenberg.ch | https://napoleonmuseum.tg.ch
Leihgeber und Donatoren:
- Stadtarchiv Konstanz
- Daniel Gross, Konstanz
- Martin Friedrich, Salenstein
- Familienarchiv Gügel-Frank, Konstanz
- Werner-Schupp--Stiftung, Konstanz
- Christina Egli, Kreuzlingen
- Städtische Museen Konstanz
Die Ausstellung wird als Pop-up ab November 2026 im
Unternehmerforum Lilienberg zu sehen sein.
Veranstaltungen und Angebote rund um die Ausstellung
Anmeldung für alle Veranstaltungen online unter: https://napoleonmuseum.tg.ch oder per Mail an reservation.nap@tg.ch bzw. telefonisch unter Tel. +41 58 345 74 10
Kuratorenführungen
Kuratorenführung durch die Ausstellung «Was der Kaiser noch sah»
- Mittwoch, 22. April 2026, 17:30 – 18:30 Uhr, anschliessend Apéro
- Donnerstag, 13. August 2026, 17:30 – 18:30 Uhr, anschliessend Apéro
Treffpunkt: Museumsshop. Kosten: CHF 18.– p.P. (inkl. Ausstellungsticket und
Degustation/Apéro)
«Napoleon III., Kaiserin Eugénie und der Wein»
Kuratorenführung durch die Ausstellung «2000 Jahre Wein am Narrenberg» im historischen Weinkeller mit «kaiserlichem» Schwerpunkt und anschliessender Degustation
Treffpunkt: Museumsshop. Kosten: CHF 18.– p.P. (inkl. Ausstellungsticket und
Degustation/Apéro)
Vorträge
Vortrag: «Eugénie, Kaiserin der Franzosen: Rebellisch und einflussreich» Referentin: Christina Egli, Stellv. Direktorin Napoleonmuseum Arenenberg
- Montag 13. Juli 2026, 18:00 – 19:30 Uhr
Treffpunkt: Museumsshop. Kosten: CHF 18. – p.P.
Bildervortrag: «Was der Kaiser noch sah»
Referent: Dominik Gügel, Direktor Napoleonmuseum Arenenberg
- Donnerstag, 11. Juni 2026, 17:30 – 19:00 Uhr
Treffpunkt: Museumsshop. Kosten: CHF 18.– p.P.
Anmeldung für alle Veranstaltungen online unter: https://napoleonmuseum.tg.ch oder per Mail an reservation.nap@tg.ch bzw. telefonisch unter Tel. +41 58 345 74 10
Das Napoleonmuseum Arenenberg in Kürze:
Das seit 1855 zu besichtigende Napoleonmuseum Arenenberg ist das einzige deutschsprachige Museum zur napoleonischen Geschichte. Sein Forschungsgebiet reicht von der französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg. Zu diesem Zweck unterhält das Haus wertvolle Sammlungen verschiedener Genres sowie ein umfangreiches Archiv. Seine ca. 35'000 Bände umfassende Forschungsbibliothek wird laufend erweitert. Seit einigen Jahren unterzieht sich das Napoleonmuseum einem Wandel. Zusätzliche Räume des ehemaligen Schlossguts Arenenberg erlauben es zukünftig, aus dem bestehenden Haus ein modernes Institut zur Erforschung, Bewahrung und Präsentation der napoleonischen Geschichte zu entwickeln. Die Sammlung umfasst weltweit begehrte Ausstellungsstücke.
Mit jährlich rund 25'000 Besuchern zählt das Museum darüber hinaus zu den Anziehungspunkten des Bodenseegebietes. Regelmässige Sonderausstellungen beschäftigen sich mit Facetten der napoleonischen Geschichte am Bodensee. Der umliegende Landschaftspark ist frei zugänglich. In der «Arenenberger Gartenwelt» können Besucher eine Gartenzeitreise en miniature erleben. Der Museumsshop besitzt den Charme einer Boutique und bietet vielfältige regional- und landestypische Produkte an.
Aufgrund seiner Lage am internationalen Bodensee und seiner Geschichte versteht sich das Napoleonmuseum Arenenberg als Mittler zwischen den Staaten. Frankreich, die Schweiz, Deutschland, Italien, England, Polen, die USA: Es gibt praktisch keine Nation, zu der die Familie Bonaparte von Schloss Arenenberg aus nicht in Verbindung stand. Dieser Tradition folgend unterhält das Napoleonmuseum umfangreiche internationale Kontakte.
Der Arenenberg in Kürze:
Der Arenenberg verbindet auf einzigartige Weise Landwirtschaft, Genuss, Kultur und Bildung. Er beherbergt nebst dem Napoleonmuseum mit Schloss und Park Beratungs- und Dienstleistungszentrum für Landwirtschaft und ländliche Hauswirtschaft des Kantons Thurgau und das schweizerische Kompetenzzentrum für Musikinstrumentenbau, außerdem ein Hotel und Gastronomie.