Narrengericht-Jubiläum, Narrentreffen und Straßenfasnacht 2026

Der westliche Bodensee steht Kopf

Wenn am westlichen Bodensee die Masken aufgesetzt werden, ist klar: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen. Zwischen Seeufer und Vulkankegeln wird die Fasnacht nicht nur gefeiert, sie wird gelebt – mit jahrhundertealten Bräuchen, farbenfrohen Umzügen und einer Gemeinschaft, die an diesen Tagen alles andere überstrahlt. Höhepunkte wie das 675-jährige Jubiläum des Stockacher Narrengerichts, große Narrentreffen im Hegau sowie zahllose Aktivitäten, Feste und Umzüge machen die Region auch 2026 schon ab Januar zu einer Hochburg närrischer Kultur.

Noch liegt der Winter ruhig über dem See und den Hegauvulkanen. Doch bald erwacht in dieser ruhigen Atmosphäre eine Kraft, die Generationen verbindet: Die Fasnacht am westlichen Bodensee ist mehr als ein Fest – sie ist Identität. Mit viel Herzblut bereiten sich die Fasnächtler in unzähligen Zünften, Vereinen und Guggenmusikgruppen auf die närrischen Tage vor. Spätestens am Schmotzigen Dunschtig ist dann die ganze Region „uf de Gass“: kostümiert, lachend, mittendrin. Ratschen schallen durch die Straßen, Holzmasken blitzen auf, Konfetti wirbelt durch die Luft – und der Alltag macht Pause.

675 Jahre Stockacher Narrengericht: Rechtsprechung mit Narrenkappe
Bereits vom 23. bis 25. Januar 2026 steht Stockach ganz im Zeichen eines außergewöhnlichen Jubiläums: 675 Jahre Hohes Grobgünstiges Narrengericht zu Stocken, das mit einem großen Narrentreffen gefeiert wird. Dabei füllt sich die Stadt mit Zünften und Narrengruppen aus der ganzen Region und darüber hinaus. Nachtumzug, Brauchtums-Aufführungen, närrisches Treiben und am Sonntag ein großer Festumzug mit rund 6000 Hästragenden lassen die Gassen beben und machen spürbar, wie lebendig die Fasnacht hier seit Jahrhunderten ist. Stockach wird für diese Tage zur offenen Bühne – laut, bunt und voller gemeinsamer Rituale.

Der überregional bekannte Höhepunkt folgt am Schmotzigen Dunschtig (12. Februar), wenn das traditionsreiche Stockacher Narrengericht zusammentritt. Dann wird mit scharfer Zunge, feinem Humor und viel Hintersinn Gericht gehalten und das närrische Urteil gesprochen – in diesem Jahr über Markus Söder, den amtierenden Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern sowie Parteivorsitzenden der CSU.

Ganze Orte im Zeichen der fünften Jahreszeit
Vom 30. Januar bis 1. Februar wird in Steißlingen ein ganzes Dorf zum Narrennest: Die Storchenzunft richtet dort in diesem Jahr die Narrentage der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee aus. Den stimmungsvollen Auftakt bildet ein Nachtumzug, bei dem sich der Ort bei Dunkelheit mit leuchtenden Masken, Musik und Narrenrufen füllt. Vom 6. bis 8. Februar folgen Narrentreffen rund um den Bodanrück: In Liggeringen bildet der große Seenarrenumzug am Sonntag das Herzstück des Wochenendes. Parallel wird in Wahlwies beim großen Freundschaftstreffen der Stierzunft gefeiert – mit Narrenbaumstellen, Nacht- sowie Festumzug und einer ausgelassenen Partynacht.

Fasnachtsumzüge in der westlichen Bodenseeregion
Auf der Halbinsel Höri wird die fünfte Jahreszeit mit dem traditionsreichen Höriumzug auf ganz besondere Weise eingeläutet. Seit 1975 zieht dieser einzigartige Narrenzug am Sonntag vor dem Schmotzigen Dunschtig durch einen der Höri-Orte – 2026 ausgerichtet von der Narrenzunft Bützigräbler Iznang. Zum Umzug am 8. Februar sind ausschließlich die Hörizünfte geladen, die jedes Jahr gemeinsam ein Motto wählen. Kostüme und Umzugswägen entstehen in monatelanger Eigenarbeit, mit Augenzwinkern, viel Fantasie und Liebe zum Detail. Mittendrin sind natürlich die Besucherinnen und Besucher, denn die Fasnacht lebt von Nähe, Tradition und echter Beteiligung.  

Ergänzt wird dieses Spektakel durch weitere Umzüge in der Region: Schaurig-schöne Stimmung erlebt man etwa bei den traditionsreichen Hemdglonkerumzügen. Am 11. Februar erleuchten zahllose Fackeln die Altstadt von Radolfzell und am Abend des 12. Februar ziehen Schülerinnen und Schüler mit spöttischen Transparenten durch die Konstanzer Niederburg, begleitet von überlebensgroßen „Golen“.

Straßenfasnacht zwischen See und Vulkanen
Vom 12. bis 17. Februar lässt die Straßenfasnacht schließlich eine ganze Woche lang die Region Kopf stehen. Nicht nur in größeren Orten, sondern ebenso in vielen kleineren Dörfern verlagert sich das Leben nun auf Straßen und Plätze. Sowohl in den seenahen Gemeinden, etwa auf der Halbinsel Höri oder der Insel Reichenau, als auch am Fuße der Hegauvulkane, etwa in Engen oder Singen, füllen Kinderprogramme, Fanfarenzüge und ausgelassenes Treiben die Gassen. Überall mischen sich junge und alte Hästräger, Straßen werden zu Spielflächen, Begegnungen entstehen spontan. So übernimmt die Fasnacht für wenige Tage ganz selbstverständlich den Alltag – bis sie am Fasnachtsdienstag vielerorts noch einmal hell auflodert und schließlich bei den traditionellen Fasnachtsverbrennungen in Flammen aufgeht.

Brauchtum ganzjährig im Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein erleben
Wie vielfältig und traditionsreich das närrische Erbe im westlichen Bodenseeraum ist, zeigt sich ganzjährig im Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein: Der moderne Neubau beherbergt eine beeindruckende Sammlung lebensgroßer schwäbisch-alemannischer Narrengestalten sowie Masken aus aller Welt. Zudem erzählt das Museum von lokalen Bräuchen und ihren Ursprüngen – und lädt mit interaktiven Elementen dazu ein, selbst Teil der Fasnacht zu werden, etwa indem Besucher digital in die Maske einer hiesigen Zunft schlüpfen.

Weitere Infos: www.bodenseewest.eu/fasnacht

 

SERVICE-INFORMATIONEN


675 Jahre Hohes Grobgünstiges Narrengericht zu Stocken

Vom 23. bis 25. Januar 2026 feiert Stockach mit einem großen Narrentreffen das 675 Jahr-Jubiläum des Stockacher Narrengerichts mit Eröffnungsparty und Wirtshaus-Fasnet (Freitag), abendlichem Sternmarsch, Brauchtums-Aufführungen und Narrentreiben (Samstag) sowie Narrenmesse, Empfang im Bürgerhaus und großem Festumzug (Sonntag). www.narrentreffen-stockach.de

Am 12. Februar 2026 tritt dann das traditionsreiche Narrengericht in der Jahnhalle in Stockach zusammen. Angeklagt ist im Jubiläumsjahr erneut ein politisches Schwergewicht: der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Dr. Markus Söder. Die Verhandlung wird live im SWR-Fernsehen übertragen. Alle Infos: www.stockacher-narrengericht.de


Narrentreffen am westlichen Bodensee

Weitere Fasnachtsumzüge in der Region

Ausgewähltes Fasnacht-Kinderprogramm

Weitere närrische Veranstaltungen am westlichen Bodensee

Mehr Infos zu diesen und vielen weiteren Fasnachtsveranstaltungen: www.bodenseewest.eu/fasnacht


Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein, Orsingen-Nenzingen

Eines der größten und modernsten Fasnachtsmuseen Deutschlands bietet neben 200 lebensgroßen, schwäbisch-alemannischen Narrengestalten, ca. 300 Masken aus aller Welt und ein digitales Ausstellungserlebnis für Jung und Alt. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr (geschlossen am 25. Januar, 1. und 8. Februar sowie über die Fasnetstage, 12.-15. Februar 2026). Ermäßigter Eintritt mit der Gästekarte BODENSEECARD WEST. Alle Infos: www.fasnachtsmuseum.de

BODENSEECARD WEST - Freifahrtschein für eine entspannte Fasnacht

Besonders umweltbewusst ist die An- und Abreise zu den Fasnachtsveranstaltungen in der Region mit dem ÖPNV. Mit der BODENSEECARD WEST erhalten Gäste am westlichen Bodensee in ihrer Unterkunft einen Freifahrtschein für den öffentlichen Verkehr im gesamten Landkreis Konstanz bis Überlingen und Stein am Rhein in der Schweiz – inzwischen auch als unkomplizierte digitale Anwendung fürs Smartphone. Darüber hinaus sind zahlreiche Vorteile enthalten. So gibt es Ermäßigungen bei verschiedenen Führungen, in Museen sowie bei Genuss-, Kultur- und Wellnessangeboten. Ferienorte und -städte, deren Gastgeber ihren Gästen die BODENSEECARD WEST überreichen, sind Allensbach, Bodman-Ludwigshafen, Gaienhofen, Gailingen, Konstanz, Moos, Öhningen, Radolfzell, Reichenau, Rielasingen-Worblingen, Singen, Sipplingen, Steißlingen und Stockach. Mehr Infos: www.bodenseewest.eu/bodenseecardwest

Die Region Westlicher Bodensee in Kürze

Formen, Farben, Inspiration: Mit herrlich gelegenen Inseln und Halbinseln, naturbelassenen Ufern, versteckten Buchten und skurrilen Vulkanformationen öffnet sich zwischen Konstanz, dem Hegau, dem Schweizer Seeufer, der Insel Reichenau, der Halbinsel Höri, dem historischen Radolfzell und dem Seeort Allensbach die anregende Landschaft der westlichen Bodenseeregion. Die Kombination der weiten Fläche des Sees mit grünen Naturparadiesen, Kulturschätzen und besonderen Genussmomenten ist einzigartig und inspirierend und 365 Tage im Jahr einen Besuch wert.

Die Naturlandschaft und die gewachsene Kultur am westlichen Bodensee stellen einen hohen Wert dar. Damit verbindet sich eine große Verantwortung. Deshalb hat sich die Region auf den Weg zur „Green Destination“ gemacht und fördert regionale Vernetzung, Umweltschutz und Inklusion. www.bodenseewest.eu